Mehr zum GIZ-Wettbewerb "Agents of Change"

Was ist der Hintergrund?

Die UN-Kinderrechtskonvention wurde von Deutschland und allen Partnerländern der GIZ ratifiziert. Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Kindern und Jugendlichen, bilden die zentrale Grundlage der „Sustainable Development Goals“.

Kinder und Jugendliche werden in der Agenda 2030 als „Agents of Change“ und   Schlüsselakteure für Entwicklung und gesellschaftlichen Wandel definiert. Ihr Potential muss gezielt gefördert werden, um Entwicklung inklusiv und nachhaltig zu gestalten. Ihre aktive Beteiligung bietet großes Innovationspotential und ist auch eine Investition in die soziale, wirtschaftliche und politische Zukunft aller Staaten.

Mit dem Aktionsplan „Agents of Change – Kinder- und Jugendrechte in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit“ (2017) hat das BMZ definiert, wie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Rechte von jungen Menschen umsetzen will. Kinder und Jugendliche werden als Träger*innen von Rechten verstanden. Ihre spezifischen Bedarfe und Rechte sollen in allen Handlungsfeldern und Sektoren der Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt werden. Oftmals fehlt es hierfür in der Praxis jedoch noch an innovativen Ansätzen – vor allem in Sektoren, die nicht auf den ersten Blick mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung gebracht werden.

Um einen Anreiz für innovative Ideen zur Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen zu setzen, führt das Sektorprogramm „Menschenrechte inklusive Kinder- und Jugendrechte umsetzen in der Entwicklungszusammenarbeit“ im Auftrag des BMZ einen Wettbewerb unter allen GIZ-Auslands- und Inlandsvorhaben durch.

Was ist das Ziel des Wettbewerbs?

Die GIZ stärkt die Umsetzung und das Mainstreaming des Kinderrechtsansatzes weltweit. Hierzu werden neue Wege und innovative Ansätze in GIZ-Inlands- und Auslandsprogrammen erprobt, ausgewertet und verbreitet.

Wer ist die Zielgruppe der geförderten Maßnahmen?

Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 24 Jahren in den Partnerländern der GIZ, deren Förder-, Schutz- und Beteiligungsrechte gestärkt werden sollen.

Im Vordergrund stehen vor allem Kinder und Jugendliche, die besonders stark von sozialer Ausgrenzung, (Mehrfach-)Diskriminierung und Gewalt betroffen sind. Dazu gehören zum Beispiel Kinder und Jugendliche, die einer indigenen oder religiösen Minderheit angehören, mit einer Behinderung leben, auf der Flucht sind oder an bewaffneten Konflikten beteiligt sind. Auch Kinder, die in extremer Armut leben oder Jugendliche, die einer sexuellen Minderheit angehören (LSBTI), könnten im Mittelpunkt stehen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden innovative Ansätze zu Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechten von Kindern und Jugendlichen, die in laufenden In- und Auslandsprogrammen der GIZ umgesetzt werden. Es handelt sich um neue Initiativen („Pilotmaßnahmen“), die im Rahmen des Wettbewerbs entwickelt, umgesetzt und ausgewertet werden.

Wie sieht die Förderung aus?

Die Pilotprojekte erhalten eine finanzielle Förderung von bis zu 100.000 Euro und fachliche Beratung zu Kinderrechten durch das GIZ-Sektorprogramm „Menschenrechte inklusive Kinder- und Jugendrechte“.

Wer konnte teilnehmen?

Bewerben konnten sich alle Auslands- und Inlandsvorhaben der GIZ in Kooperation mit staatlichen und nichtstaatlichen Partnern bzw. lokalen, nationalen, regionalen oder internationalen Akteuren bis zum 10.5.2018.

Wie wurde bewertet?

Die Auswahljury bestand aus Vertreter/innen des BMZ-Referates „Menschenrechte, Gleichberechtigung, Inklusion“ (402), der GIZ, dem Deutschen Institut für Menschenrechte und SOS-Kinderdörfer. Sie wählte die besten acht Vorschläge aus.

Folgende Bewertungskriterien wurden berücksichtigt:

1.    Kinderrechtsbasierter Ansatz (40%)

Die Maßnahme trägt direkt oder indirekt zur Stärkung der Förder-, Schutz- und/oder Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen bei. Sie berücksichtigt Kinder und Jugendliche, die einer gesellschaftlich besonders marginalisierten Gruppe angehören. Kinder und Jugendliche werden als Rechtsinhaber/innen verstanden. Der inhaltliche Fokus der Maßnahme ist für das Land, die Region oder den Sektor relevant und wird mit einem kinderrechtsbasierten, gendersensiblen, inklusiven und partizipativen Ansatz bearbeitet.

2.    Innovation (30%)

Die Maßnahme ist innovativ, d.h. sie bearbeitet neue Themen; nutzt neuartige, kreative Methoden; kooperiert mit strategisch interessanten Partnern bzw. neuen Partner-Konstellationen; ist überregional oder sektorübergreifend angelegt. In den Bewerbungen muss schlüssig und aus der Perspektive der Zielgruppe dargestellt sein, was neu an der Idee ist bzw. worin die Verbesserung bereits bestehender Ansätze besteht.

3.    Kooperation & Nachhaltigkeit (30%)

Die Maßnahme wird vom einreichenden Vorhaben gesteuert. Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung des Vorhabens ein. Die Partner sind aktiv einbezogen und haben Ownership für die Maßnahme. Es wird aufgezeigt, ob Potential für Replikationen bzw. Up-scaling besteht und die Maßnahme auch über andere Förderquellen fortgesetzt und nachhaltig verankert werden kann.

Wie war die Resonanz auf den Wettbewerb?

Die Resonanz auf den Wettbewerb übertraf die Erwartungen. Insgesamt 77 Bewerbungen aus 45 Ländern und fast allen sektoralen Schwerpunkten gingen ein. Die thematische Bandbreite war sehr groß. Bewerbungen beschäftigten sich z.B. mit der Frage, wie Kinder als Botschafter/innen oder Peer-Educators für Umweltschutz und Klima, Gleichberechtigung oder sexuelle und reproduktive Rechte eintreten können. Andere entwickelten Ideen, wie Digitalisierung kindgerecht und sicher gestaltet werden kann. In vielen Vorschlägen ging es um die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in lokalen Entscheidungsprozessen im Gesundheits-, Wasser- oder Bildungssektor oder in der Stadtentwicklung. Auch die Bekämpfung von Korruption, Gewalt sowie wirtschaftlicher und sexueller Ausbeutung waren Themenschwerpunkte. Im Fokus standen vor allem Kinder und Jugendliche, die besonders stark von Diskriminierung und Gewalt betroffen sind: Kinder und Jugendliche, die mit einer Behinderung leben, auf der Flucht sind, einer indigenen oder religiösen Minderheit angehören. Auch widmeten sich Projekte der besonderen Situation von Mädchen, Kindern, die in extremer Armut leben oder wirtschaftlich aktiv sind und Jugendlichen, die einer sexuellen Minderheit angehören (LSBTI). Fast alle Einreichungen waren innovativ und hoch relevant und überzeugten durch ihre Vorgehensweise sowie kreative und partizipative Methoden.

Was passiert nun?

Die acht Gewinner-Projekte werden zwischen August 2018 und August 2019 umgesetzt. Die Ergebnisse der Pilotprojekte werden dokumentiert und zum 30-jährigen Jubiläum der VN-Kinderrechtskonvention im November 2019 auf einer großen Abschlussveranstaltung des BMZ vorgestellt. Damit sollen Impulse für die Weiterentwicklung und breite Verankerung des Themas in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit entstehen.

Weitere Fragen?

Dann wenden Sie sich bitte an felicitas.esergiz.de.