Lesotho: SEANAMARENA

Land: Lesotho

 

Kinderrechte

im Fokus

Schutz vor Gewalt (Art. 19, KRK), Angemessene Lebensbedingungen (Art. 27, KRK), Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung (Art. 32, KRK)

Eingereicht und durchgeführt von:

GIZ-Programm: „Prävention von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im südlichen Afrika“ und „Participatory Initiative for Social Accountability“, Lesotho

Projektidee und Zielgruppe

Kontext:

Ein Großteil der Jungen in Lesotho ist von einer der schlimmsten Formen von Kinderarbeit und Ausbeutung betroffen. Die Jungen müssen im Alter von 10 Jahren (in Extremfällen sogar 6 Jahren) über Zeiträume von bis zu einem Jahr als Hirten tätig sein, ohne angemessene Unterbringung, Ernährung, Kleidung, Hygiene, sanitäre Einrichtungen oder Zugang zu Gesundheitsdiensten zur Verfügung zu haben. Sie sind konfrontiert mit Einsamkeit, Marginalisierung, Trauma durch raues Wetter, Viehdiebstahl, minimalem Einkommen und einem allgemeinen Mangel an Schutz. Da sie in Isolation aufwachsen und von hegemonialen Vorstellungen von Maskulinität geprägt sind, sind vielen von ihnen die Konzepte der Menschenrechte und Geschlechtergleichheit unbekannt. Frauen und Mädchen, die Wasser oder Brennholz sammeln, sind somit oft sexuellen Übergriffen der Hirtenjungen ausgesetzt.

Zielgruppe:

120 Hirtenjungen (zwischen 10 und 24 Jahre) in Thaba Tseka;
Junge Frauen und Mädchen;

Regierungsbeamte (inkl. Distriktamtsträger des MoLE und des Ministeriums für Gender, Jugend, Sport und Erholung - MoGYSR), Gemeinderäte, Chefs und Polizei; Tierhalter, Weideverbände und Eltern von Hirtenjungen

Ziel:

Zwei zentrale Verletzungen der Kinderrechte in Lesotho werden durch das Projekt bekämpft: Kinderarbeit und Ausbeutung von Hirtenjungen in Thaba Tseka und sexuelle Gewalt gegen junge Frauen und Mädchen.

Methodik 

Das Projekt nutzt einen rechtsbasierten Ansatz, bei dem Peer-Learning, Advocacy, Community-Dialoge und Kapazitätsaufbau von Pflichtenträgern dazu beitragen, Hirtenjungen sowie junge Mädchen und Frauen als Inhaber von Kinder- und Jugendrechten zu stärken.

Kooperationspartner    

Lokaler zivilgesellschaftlicher Partner:

Help Lesotho
Alliance Francaise
Paray Hospital
MoLE
MoGYSR

Andere Partner:

Überregionales Programm Menschenrechte

Wirkungen

Im Rahmen des Projektes erhielten 30 Hirtenjungen ein 4-tägiges Intensivtraining über Kinder- und Jugendrechte, Gleichstellung der Geschlechter und sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt (SGBV). Jeder der 30 Teilnehmer führte im Anschluss daran peer-to-peer sessions für andere Hirtenjungen durch. Insgesamt 65 Pflichtenträger erhielten eine zweitägige Schulung über die Beschäftigung von Hirtenjungen. Darüber hinaus initiierte das Projekt nach der Schulung der Ausbilder und Moderatoren und der Rekrutierung der „community-champions“ erfolgreich den Generationendialog in einem Dorf.

Durch das Projekt verstärkten die Teilnehmer ihr Bewusstsein über die Rechte von Kindern und Jugendlichen, insbesondere in Hinblick auf die Ausbeutung von Hirtenjungen. Darüber hinaus setzten sie sich mit den geschlechtsspezifischen Normen und Werte einschließlich schädlicher kultureller Praktiken auseinander und lernten die Gesetze über Kinder-, Früh- und Zwangsheirat und sexualisierte Gewalt kennen. Durch die Anwendung eines kinderrechtlichen Ansatzes erhöhte das Projekt die Kapazitäten der Hirtenjungen, für sich selbst einzutreten und auch die Rechte von Frauen und Mädchen zu verstehen. Es verstärkte ihre Fähigkeit, Probleme zu bewältigen und entwickelte ihr Selbstvertrauen, um ihre Stimme zu erheben und so ihre Rechte einzufordern.

Produkte

  • Ausbildungsmodule zu Kinderrechten und Gewalt gegen Frauen der lokalen NGO
  • Vereinfachte Version der nationalen Richtlinien für die Beschäftigung von Hirtenjungen auf Landessprache
  • Trainingsmaterialien für Peer-to-Peer-Sitzungen der Hirtenjungen (z.B. umklappbares Buch, Rucksack für das Buch, T-Shirts für die Moderatoren)
  • Handbücher für Ausbilder und Moderatoren für die Durchführung von Generationendialog
  • Fotoaustellung

Impressionen