Zentralamerika, Mexiko

Verbesserung der Situation von Kindern und jungen Erwachsenen im Kontext irregulärer Migrationsbewegungen

© Ralph Gladitz

Hintergrund dieses Programmes sind die seit 2012 stark ansteigenden irregulären Migrationsbewegungen von zentralamerikanischen und mexikanischen Kindern und jungen Erwachsenen. Strukturelle Ursachen für Migration in dieser Region beinhalten Armut, Kriminalität durch Jugendbanden sowie den Mangel an ökonomischen Perspektiven. Darüber hinaus stellt die Zusammenführung mit Familienangehörigen, die sich bereits in den USA bzw. in Mexiko befinden, ein Motiv für die Migration dar. Die Kinder und jungen Erwachsenen sind während der Migration sowie bei Rückführung großen Risiken und Bedrohungen ausgesetzt. Umstände, die Traumata und andere schwerwiegende psychosoziale Belastungen hervorrufen können. SOS-Kinderdörfer weltweit unterstützen Kinder und junge Erwachsene in dieser Situation. Die Maßnahmen werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) gefördert.

Ziele und Aktivitäten

Die von den fünf Projektländern ratifizierte UN-Kinderrechtskonvention definiert unbegleitete minderjährige Flüchtlinge als besonders schutzwürdig. Hier setzt das Regionalprogramm der SOS-Kinderdörfer in Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua in Zusammenarbeit mit der Nichtregierungsorganisation IMUMI / Mexiko an. Es nimmt auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene Einfluss auf Politik und Öffentlichkeit und wirkt beim Aufbau von Kapazitäten mit.

Mit dem Programm wird die Einhaltung des Rechts auf ein Zusammenleben in der Familie sowie auf Schutz für Kinder und junge Erwachsene vor, während und nach irregulären Migrationsbewegungen in den genannten Ländern gefördert.

So wird auf der Mikroebene der Familien, Selbsthilfegruppen, Basisorganisationen, NGOs und lokalen öffentlichen Partner das Bewusstsein über die eigenen Rechte gestärkt sowie Fähigkeiten zur Traumaverarbeitung und Einkommensförderung aufgebaut und Selbsthilfeinitiativen gestärkt. Auf der Meso- und Makroebene – über nationale, staatliche Implementierungspartner und Entscheidungsträger bis hin zu international und regional agierenden Organisationen und Institutionen – soll es zu einer Verbesserung der Kapazitäten von Fachkräften im Bereich der Betreuung und des Kinderschutzes kommen. Zudem wird darauf hingewirkt, Verfahren und Abläufe durch die Entwicklung von Standards und Protokollen zu verbessern, welche die Betreuung von Kindern im Kontext irregulärer Migrationsbewegungen bzw. deren Wiedereingliederungsprozess in die Herkunftsgemeinschaft langfristig und verbindlich regeln sollen.

Erfolge und Herausforderungen

Das Projekt wird in zwei Phasen durchgeführt und befindet sich derzeit in der Implementierung. Herausfordernd stellt sich die länderübergreifende Koordinierung der Aktivitäten dar, die auf die unterschiedlichen Kontexte in den jeweiligen Ländern abzustimmen ist. Kapazitätsbildung – vor allem im Bereich des Kinderund Jugendschutzes – und der Aufbau strategischer institutioneller Partnerschaften stehen im Vordergrund der Maßnahmen. Die langjährige lokale Präsenz, die Expertise in Betreuung und die bereits existierende Vernetzung der lokalen SOS-Kinderdorf-Vereine sowie von IMUMI gewährleisten eine erfolgreiche Umsetzung des Regionalprojektes in Zentralamerika.

Ansprechpartner

SOS-Kinderdörfer weltweit

Ridlerstraße 55
80339 München

Ingrid Mauerer
T: +49 (0) 89 / 179 14 216
E: ingrid.mauerersos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

GIZ - Sektorprogramm „Menschenrechte einschließlich Kinder- und Jugendrechte umsetzen in der Entwicklungszusammenarbeit“

Friedrich-Ebert-Allee 36 + 40
53113 Bonn

Telefon +49 228 4460-3797
infokinder-und-jugendrechte.de