Palästinensische Gebiete

Stärkung von Kindern und ihren Rechten in Konfliktsituationen

Ziele und Aktivitäten

Das Ziel des besseren Kinderrechtsschutzes durch Bewusstseinsbildung, gemeindebasierten Dialog und kindergeführte Dokumentation von Rechtsverletzungen wird durch eine Reihe von ineinandergreifenden Aktivitäten verwirklicht. Zunächst helfen pädagogisch geschulte Trainer den Kindern und Jugendlichen dabei, ein besseres Verständnis für ihre eigenen Rechte zu erlangen. Auf Basis der VN-Kinderrechtskonvention sollen die Workshop- Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Gaza- Streifen und dem Westjordanland ihr eigenes Lebensumfeld aus einer Kinderrechtsperspektive entdecken und für die Auseinandersetzung mit erlittenem Unrecht gestärkt werden. Die Aufarbeitung des Erlebten in Tanz, kreativem Schreiben und Theater hilft dabei, eigene Unrechtserfahrungen auszudrücken.

Zusammenschlüsse aus Lehrern, Eltern, Psychologen und Gemeindevertretern setzen sich an jedem Schulstandort mit den Darstellungen der Kinder auseinander und arbeiten an der Verbesserung der Situation mit. Diese Kindesschutzkommittes sollen sich auch nach dem Projektende dafür einsetzen, die identifizierten Kinderrechtsverletzungen nachhaltig ·zu bekämpfen. Auch von den Kindern selbst geleitete Gruppen werden an allen Schulen etabliert, professionell begleitet und in die Lage versetzt, aktiv und dauerhaft die eigene Umgebung aus einer Kinderrechtsperspektive zu dokumentieren und gezielte Aktionen zur Verbesserung ihrer Situation zu starten. Das gewonnene Wissen wird von Kinder- und jugendvertretern in bestehende Monitoring-Systeme eingespeist und für die politische Arbeit auf nationaler Ebene genutzt.

Erfolge und Herausforderungen

Die Zusammenarbeit zwischen dem Tamer Institute und den ausgewählten 17 Schulen hat bereits erste Ergebnisse gezeigt. An allen Partnerschulen haben sich Schülervertretungen konstituiert, die sich in regelmäßigen Treffen weiterbilden und vernetzen. Tamer-Mitarbeiter bleiben mit den Schülergruppen in Kontakt und unterstützen die Arbeit zur Verwirklichung von Kinderrechten im lokalen Kontext. Erwachsenenvereinigungen haben zudem erfolgreich die Brücke zwischen Schulen und umliegenden Gemeinden geschlagen. Dabei konnte zum Beispiel das Vertrauen von konservativen Kräften durch geduldigen Dialog gewonnen werden und die ursprünglich kritisch gesehenen Tanz-Workshops konnten wie geplant stattfinden.

Wo Kinderrechtsverletzungen konsequent aufgearbeitet werden, kommen auch schwerwiegende Vorwürfe ans Licht. Deshalb werden Fälle, die im Rahmen der Workshops und der Dokumentation nicht in der gebotenen Tiefe behandelt werden können, an andere spezialisierte Organisationen weitergeleitet.

Eine große Herausforderung bleibt zudem die Vernetzung von lokalen Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen mit bestehenden Monitoring-Systemen. Letztendlich soll der große Erfahrungsschatz der etablierten Gruppen genutzt werden, um das Verständnis und die Verwirklichung von Kinder- und jugendrechten landesweit deutlich zu verbessern.

Ansprechpartner

Palästinensische Gebiete
Save the Children Deutschland e.V.
Markgrafenstr. 58 10117 Berlin

www.savethechildren.de

Julia Burmann
Telefon: + 49 (0) 30 27 59 59 79 - 0
julia.burmannsavethechildren.de