Libanon

Stärkung der Kompetenzen von Jugendlichen (“Life skills programme for adolescent and youth”)

© UNICEF Syria 2017

Circa 27,4 % der Bevölkerung im Libanon sind Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 – 29 Jahren. Rund ein Viertel von ihnen stammt aus Syrien und 5 % aus Palästina. Schätzungsweise hat Libanon insgesamt 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, von denen nur 1 Million bei UNHCR gemeldet sind. Zusätzlich leben dort ungefähr 300.000 Flüchtlinge aus Palästina. Die Situation sowohl der libanesischen Bevölkerung als auch die der syrischen Flüchtlinge ist oftmals prekär. Arbeitslosigkeit ist weit verbreitet. Viele Libanesen und Libanesinnen sehen die Flüchtlinge als eine wirtschaftliche Bedrohung für ihre Gesellschaft. So nehmen die sozialen Spannungen in den libanesischen Gemeinden zu. Aus diesem Grund steht Libanon vor verschiedenen wirtschaftlichen, politischen und sozialen Herausforderungen.

Das Programm „Stärkung der Kompetenzen von Jugendlichen“ von UNICEF im Libanon setzt im Rahmen des nachhaltigen Konfliktmanagements an den Ursachen der zunehmenden sozialen Spannungen in den Gemeinden an. Das Programm schafft neue Zukunftsperspektiven für Heranwachsende und Jugendliche im Alter von 15 – 24 Jahren durch die Stärkung und Förderung von Kompetenzen in verschiedenen zentralen Lebensbereichen und Dimensionen des Lernens.

Ziele und Aktivitäten

Im Zentrum des Programmes steht das Ziel, ein förderndes Umfeld für junge Menschen zu schaffen, das ihnen ermöglicht als „Agenten des Wandels“ aktiv die Gesellschaft und ihre eigene Zukunft mitzugestalten. Hierbei beschäftigt sich das Programm mit dem Vermitteln von Kompetenzen auf vier Ebenen: die kognitive Ebene („Learning to know“), die individuelle Ebene („Learning to Be“), die instrumentelle Ebene („Learning to Do“) sowie die soziale Ebene („Learning to Live Together“).

Das Programm wird gemeinsam für libanesische, syrische und palästinensische Jugendliche innerhalb ihrer Gemeinden angeboten. Das Training der Kompetenzen beinhaltet u. a. die Weiterentwicklung von kritischem, kreativem und analytischem Denken, Team-Building sowie Stärkung des Selbstbewusstseins sowie des Vertrauens unter den Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Die Aktivitäten im Rahmen der Trainings fördern außerdem die Entwicklung des interund intrakommunalen Konfliktmanagements.

Auf diese Weise leistet das Programm Beiträge zur Stärkung der sozialen und politischen Entwicklung der libanesischen Gemeinden sowie zur Verbesserung des sozialen Zusammenhalts der Bevölkerung durch bürgerschaftliches Engagement und verbesserte Beschäftigungsmöglichkeiten der Heranwachsenden und Jugendlichen.

Erfolge und Herausforderungen

76.929 libanesische und nicht libanesische Jugendliche und junge Erwachsene in allen acht Gouvernements haben im Jahr 2017 an dem Programm teilgenommen.

Der größte Erfolg des Programmes besteht darin, Räume für innovative Modelle und Ansätze zu schaffen. Die Jugendlichen werden in die Lage versetzt in Bezug auf die spezifischen Herausforderungen und Probleme in ihrer Gemeinde, Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen sowie berufliche Perspektiven zu identifizieren und zu verfolgen.

Damit das Programm mit Erfolg umgesetzt werden konnte, wurden insbesondere benachteiligte junge Menschen berücksichtigt und durch die Aktivitäten unterstützt. Hierdurch konnten ihr Wissen, ihre Fähigkeiten sowie auch ihre beruflichen Kompetenzen und ihre Resilienz gestärkt werden.

Ansprechpartner

Deutsches Komitee für UNICEF e. V.

Höninger Weg 104
50969 Köln

Dr. Sebastian Sedlmayr
T: +49 (0) 221 / 936 50 282
E: sebastian.sedlmayrunicef.de
www.unicef.de

GIZ - Sektorprogramm „Menschenrechte einschließlich Kinder- und Jugendrechte umsetzen in der Entwicklungszusammenarbeit“

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53113 Bonn

Telefon +49 228 4460-3797
infokinder-und-jugendrechte.de