Südafrika

Inklusive Gewaltprävention für ein sicheres öffentliches Umfeld

Projektbeschreibung

Zentrales Anliegen des Projektes ist es, Gewaltprävention als Gemeinschaftsaufgabe zu verankern und nicht nur der Polizei und dem Justizwesen zu überlassen. Angesichts der Existenz moderner, ganzheitlicher, nationalen Strategien der Gewaltprävention in Südafrika aber des Fehlens ihrer konsequenten und koordinierten Umsetzung setzt das Vorhaben auf die Stärkung „einer Gemeinschaft der Praktiker“, angesiedelt auf nationaler, Provinz- sowie Kommunalebene und bezieht Regierungs- sowie zivilgesellschaftliche Akteur/innen ein. Es geht u.a. um verbesserte vertikale und horizontale Koordination und Kooperation, sowie um gezielten Austausch zu aktuellen Trends und Themen im Bereich „community safety“ und Gewaltprävention. Dazu gehört auch konkret ein systemisches Verständnis von Gewalt und Gewaltprävention mit einem stärkeren Fokus auf Primärprävention bei den lokalen Akteur/innen aller Ebenen zu stärken. Vor dem Hintergrund, dass junge Menschen überproportional häufig Gewalttäter, aber auch Hauptopfer von Gewalt sind, sollen Jugendliche gezielt als Akteure in die Planung und Umsetzung von gewaltpräventiven Maßnahmen integriert werden.

In Südafrika liegt das Durchschnittsalter bei 25 Jahren liegt. Die große Mehrheit der Jugendlichen will einen positiven Beitrag leisten und ihre Potenziale sinnvoll aus-schöpfen. Hier arbeitet das Vorhaben durch jugendsensible Maßnahmen am sozialen Engagement und der Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen, was sich positiv auf den sozialen Zusammenhalt in den Gemeinden auswirkt und das besondere Potenzial Jugendlicher in der nachhaltigen Umsetzung gewaltpräventiver Maßnahmen ausschöpft.

Der Förderansatz des Projekts umfasst vier Handlungsfelder:

  1. Verbreitung gewaltpräventiver Praxiserfahrung;
  2. Professionalisierung unterschiedlicher Akteure für die Umsetzung gewaltpräventiver Maßnahmen;
  3. Integration von Gewaltprävention in kommunales und lokales Handeln mit Fokus auf die Einbeziehung Jugendlicher;
  4. Stärkung der Handlungskompetenzen der Kommunalverwaltungen (mainstreaming).

Zielgruppe

Besonders von Unsicherheit und Gewalt betroffene Bevölkerung in benachteiligten Gebieten der Kommunen – vor allem Jugendliche.

Ziele und Herausforderungen

Ziele:
Übergeordnetes Ziel des Projektes ist es, das Zusammenwirken öffentlicher, zivilgesellschaftlicher und nachbarschaftsbasierter Organisationen zu verbessern und damit die Sicherheit besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen zu erhöhen. Das Vorhaben unterstützt die Realisierung der Ziele des nationalen Entwicklungsplan Südafrikas im Hinblick auf ein sicheres Südafrika.

Herausforderungen:
Die Herausforderung besteht darin, dass Bewusstsein für einen langfristiger Ansatz mit einem starkem Fokus auf Prävention zu erhöhen, um das Gewaltproblem nachhaltig zu verändern. Dies muss gegenüber kurzfristigen Interventionen durch bspw. erhöhte Polizeipräsenz vermittelt werden.

Aktuelle Schwerpunkte und Aktivitäten

Eine der Maßnahmen, die das Vorhaben aktuell unterstützt, ist das „Youth for Safer Communities“-Projekt. Im Rahmen der Intervention werden so genannte „peer educadors“, die Teil der Jugendgruppen einer lokalen NGO sind, an Schulen in Port Elizabeth Workshops halten, um gemeinsam mit anderen Jugendlichen einen Plan für mehr Sicherheit in ihren jeweiligen Gemeindevierteln zu entwerfen.

Herausragend ist dabei, dass die Jugendlichen die Workshops an ganz unterschiedlichen Schulen - und damit sozialen Kontexten - geben. Dadurch werden die Grenzen und Polaritäten zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen über-schritten und der soziale Zusammenhalt gestärkt. Das Projekt ist auch in dem Sinne einmalig, als das es von Jugendlichen für Jugendliche geplant und durchgeführt wird.

Eine weitere aktuelle, in Kooperation mit südafrikanischen Partnern stattfindende, Maßnahme, ist die Entwicklung eines Online-Portals zur Gewaltprävention, auf dem unter anderem die Erfahrungen des „Youth for Safer Communities“ – Projekt dokumentiert werden. Damit soll die nationale Diskussion um die richtige Antwort auf Gewalt und Kriminalität angeregt werden. Praktiker sollen von erprobten und erfolgreichen Ansätzen lernen können und diese in ihren jeweiligen Kontexten weitertragen.

Anknüpfungspunkte zu Kinderrechten

Kinder und Jugendliche sind im südafrikanischen Kontext besonders von Gewalt betroffen und bedürfen gezielten Schutz sowie eine differenzierten Berücksichtigung. Aus diesem Grund stellt die UN Kinderrechtskonvention (KRK) einen wichtigen Bezugsrahmen für alle gewaltpräventiven Maßnahmen des Projektes dar. Sie bietet Orientierung für die Planung von Maßnahmen und ist eine wichtige Referenz für Advocacy-Arbeit mit dem Ziel nachhaltiger Strukturveränderungen. Sie streicht auch die Wichtigkeit eines Rechtebasierten Ansatzes heraus, was bedeutet, dass Rechteinhaber, in diesem Fall Kinder und Jugendliche und ihre Vertreter, klar definierte Rechte einfordern können gegenüber relevanten z.B. staatlichen Pflichtenträgern. Bereits durch die Beteiligung in Projektprozessen werden Kinder und Jugendliche in ihrer Rolle als Rechtsinhaber gestärkt.

Für mehr Informationen zu Kinder- und Jugendrechten:

Dr. Maria-Nieves Alvarez
Sektorvorhaben “Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in der EZ“
Tel.: +49 6196 79-1697
maria-nieves.alvarezgiz.de

Für mehr Informationen zum Projekt:

Dr. Bettina Silbernagl
Projektleiterin „Programm Gewaltprävention - TZ-Komponente“
Tel.: +27 76 9826588
bettina.silbernaglgiz.de