Sambia

Klimabotschafter machen mobil

Sambia leidet auf vielfältige Weise unter dem Klimawandel. Längere Trockenperioden führen zur Austrocknung von Wasserquellen, zu Ernteausfällen und zur Verendung von Tieren. In der Regenzeit vernichten immer heftigere Stürme und Überschwemmungen die Ernten. Häuser und Schulen werden zerstört. Die Überschwemmungen erhöhen zudem die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten. Besonders die junge Generation ist aufgefordert, auf die Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen aufmerksam zu machen – und gemeinsam mit Erwachsenen nach Lösungen zu suchen. Um ihr hierfür einen Rahmen zu bieten und ihr zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention verbrieften Recht auf Beteiligung zu verhelfen, hat UNICEF das Programm „Unite4Climate“ ins Leben gerufen. Es ist ganz auf das Engagement von Jugendlichen ausgerichtet und lebt von ihren innovativen Ideen. In Sambia engagieren sich bereits über 600 Jugendliche als Klimabotschafter.

Ziele und Aktivitäten

2009 nahmen vier sambische Jugendliche an der Weltklimakonferenz in Kopenhagen teil und kamen mit einer Mission nach Hause: Ihre Landsleute über die Gefahren des Klimawandels aufklären und gemeinsam Wege zu finden, die Umwelt zu schützen. Im April 2010 organisierten sie gemeinsam mit UNICEF in der Hauptstadt Lusaka die erste von bisher insgesamt vier Kinder-Klimakonferenzen mit über 150 Teilnehmern aus allen Provinzen des Landes. Bei den Konferenzen erhalten die Mädchen und Jungen umfassende Informationen zu Umwelt- und Gesundheitsthemen und lernen, wie sie beispielsweise Aufklärungskampagnen planen, umsetzen und dokumentieren. Die Teilnehmer entwickeln hierfür konkrete Aktionspläne für Kampagnen in ihren Schulen und Gemeinden. Um noch mehr Menschen zu erreichen, bilden sie weitere Gleichaltrige als Klimabotschafter aus. Sie organisieren Aktionen wie Müllsammeln und Recycling von Papier und Plastik. Sie pflanzen Bäume und setzen sich dafür ein, dass nicht noch mehr Bäume abgeholzt werden. So verändern sie zum Beispiel das Heizverhalten ganzer Dörfer, die nun nicht mehr mit Holzkohle heizen, sondern mit wesentlich weniger Rauch verursachenden Briketts aus Sägespänen.

Auch Technologien wie Radio und Internet helfen den Jugendlichen, ihr Publikum zu vergrößern und weitere „Mitstreiter“ zu finden. An 20 Schulen richtet UNICEF Arbeitsplätze mit Internetzugang, Flipcams, Audiorekordern und Laptops ein, um Recherchen und die Produktion von Materialien zu vereinfachen. Eine Stiftung bietet Schulungen an, in denen Jugendliche lernen, eigenständig Radioprogramme zu produzieren. Ein Schlüssel zum Erfolg von „Unite4Climate“ sind engagierte Partner, die häufig von den Jugendlichen selbst angesprochen werden. Jede Woche stellen Radiostationen in Lusaka, Ndola, Kitwe und Livingstone Sendezeit für die Programme zur Verfügung, in denen die Jugendlichen über Klimawandel aber auch über Gesundheitsthemen wie die Aids-Problematik informieren und zu Aktionen aufrufen.

Herausforderungen

Aufgrund der geographischen Ausdehnung Sambias ist es nicht immer einfach, die organisatorische und finanzielle Unterstützung der Jugendlichen sicherzustellen. 22 regionale Mentoren unterstützen sie daher bei den Aktivitäten. Durch „Unite4Climate“ lernen die Klimabotschafter, sich für wichtige Themen, die ihre Zukunft betreffen, einzusetzen und erreichen gleichzeitig nachhaltige Veränderungen. Teilnehmer des Programms wurden bereits als Redner zu internationalen Konferenzen eingeladen oder erhielten Stipendien von ausländischen Universitäten. Die Erfolge zeigen, was Jugendliche erreichen, wenn sie die richtige Unterstützung erhalten. Es ist wichtig nicht nur für sie zu arbeiten, sondern mit ihnen.

Ansprechpartner

Sambia Klimabotschafter
UNICEF Deutschland
Höninger Weg 104
50969 Köln

www.unicef.de

Anna Stechert
Tel. + 49 (0) 221 936 50 - 288
anna.stechertunicef.de

 

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Quelle:

Kinder- und Jugendrechte konkret - Beispiele aus der Praxis, S. 13f.