Demokratische Republik Kongo

Nothilfe für konfliktbetroffene Kinder und Gemeinden in Oicha

Die Demokratische Republik Kongo ist in Bezug auf das Bruttonationaleinkommen pro Kopf eines der ärmsten Länder der Welt. Große Teile des Landes leiden unter Konflikten, chronischen humanitären Krisen und schweren Menschenrechtsverletzungen. Auch in der Provinz Nord-Kivu dauert der Konflikt zwischen bewaffneten Gruppen und Regierungsgruppen an. Diese Situation benachteiligt insbesondere Kinder und Jugendliche der Region. Kinder und Jugendliche haben in dieser Provinz keinen oder schlechten Zugang zu Bildung. In vielen Fällen müssen sie arbeiten, da ihre Familien kein oder nur wenig Geld haben. Der Konflikt verschlimmert die Situation. Viele Kinder und Jugendliche werden von bewaffneten Gruppen rekrutiert und von ihren Eltern getrennt. Viele Mädchen werden zur Prostitution gezwungen. Wenn solche Kinder und Jugendlichen es schaffen, ihre Situation positiv zu verändern, werden sie meistens aufgrund ihrer vergangenen Tätigkeiten von ihren Familien oder Gemeinden abgelehnt. Für sie ist es nicht einfach, wieder ein normales Leben zu führen. In Oicha, eine Stadt in der Provinz von Nord-Kivu, unterstützt World Vision ein Kinderschutzprojekt, das solchen Kindern und Jugendlichen Zukunftsperspektiven bietet. Durch das Projekt, das vom Auswärtigen Amt finanziert wird, wird Nothilfe für konfliktbetroffene Kinder und Gemeinden geleistet.

 

Ziele und Aktivitäten

 

Das Projekt zielt darauf ab, Kinderschutz und Bildung für konfliktbetroffene Kinder und Jugendliche in der Stadt Oicha zu stärken. Ihr Wohlbefinden soll durch das Projekt verbessert werden. Es werden Kinderschutzzentren eingerichtet, in denen Kinder und Jugendliche in geschützter Atmosphäre an psychosozialen Betreuungen, Freizeitangeboten und Berufsbildungstrainings teilnehmen können. Es wird zudem geplant, ihr Familienumfeld zu stärken. Als Freizeitaktivitäten in den Kinderschutzzentren werden u. a. Musik, Sport und Kunst angeboten. Die Kinder können auch an Unterricht in Lesen, Schreiben und Rechnen teilnehmen. So können sie wichtigen Schulstoff nachholen, der z. B. aufgrund der Vertreibung nicht mitgelernt wurde. Fokusgruppendiskussionen bereiten die Kinder darauf vor, wie sie sich selbst in prekären Situationen verhalten und schützen können. Die Kinder werden bei der Teilnahme an solchen Veranstaltungen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Projekts beobachtet und begleitet. Wenn ein Mädchen oder Junge besondere Hilfe braucht, kann das Kind auch psychologisch oder medizinisch unterstützt werden. Gleichzeitig unterstützt World Vision die Verbesserung der Strukturen in den Gemeinden in Oicha. Eltern, Lehrpersonal und andere Gemeindeangehörige werden durch Schulungen zum Thema Kinderschutz sensibilisiert. So kann das Wohlbefinden der Kinder schneller verbessert werden. Außerdem gibt es spezielle Schulungen für Lehrerinnen und Lehrer zum Umgang mit psychosozialem Stress. Darüber hinaus sorgt das Projekt für die Förderung einer langfristigen Gewährleistung des Zugangs zu Schutz und Bildung in der Region. Hierfür ist insbesondere die Unterstützung der Bildungssysteme vor Ort wesentlich. So werden an Schulen beispielsweise sog. „Literacy Boosts“ durchgeführt, um Lese- und Schreibkenntnisse schnell aufzuholen. Außerdem werden Vouchers vergeben, damit Schulen zusätzlich geflüchtete Kinder aufnehmen können.

 

Erfolge und Herausforderungen

 

Das Projekt hat das Ziel, das Wohlbefinden von etwa 2.000 Kindern und Jugendlichen bis Ende 2019 in Oicha zu verbessern. Die Schulungen für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie andere Gemeindeangehörige schaffen die Grundlage des Projekterfolges. Durch die Sensibilisierung der Gemeinden können sich die Kinder schneller integrieren und besser beschützt werden.

 

Ansprechpartner

World Vision Deutschland e. V.

Am Zollstock 2 – 4
61381 Friedrichsdorf

Eva Rosenkranz
T: +49 (0) 61 72 / 76 30
E: eva.rosenkranz(at)wveu.org
www.worldvision.de

GIZ - Sektorprogramm „Menschenrechte einschließlich Kinder- und Jugendrechte umsetzen in der Entwicklungszusammenarbeit“

Friedrich-Ebert-Allee 36 + 40
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Telefon +49 228 4460-3797
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