Burkina Faso

Kampf gegen Kinderarbeit

Schnelles Bevölkerungswachstum, geringe Alphabetisierung, Jugendarbeitslosigkeit, Arbeitsemigration von Kindern und Kinderhandel sind Grundprobleme der Entwicklung Burkina Fasos.Von schwerwiegenden Diskriminierungen und Menschenrechtsverletzungen sind besonders Frauen und junge Menschen betroffen.
Fünf Prozent der Kinder im Alter von 6 bis lS Jahren leben als Arbeitsmigranten und -migrantinnen getrennt von ihren Eltern. Allein in der Elfenbeinküste gehen mehr als 60.000 burkinische Kinder unter lS Jahren, mehrheitlich Jungen, einer Einkommen schaffenden Tätigkeit nach. Viele Kinder arbeiten oft unter ausbeuterischen Bedingungen und sind dabei auch sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Nur wenige Kinder haben die Möglichkeit, zur Schule zu gehen.
Ein Vorhaben der technischen Zusammenarbeit unterstützt seit 2007 die burkinische Regierung bei der Verwirklichung von Kinderrechten, insbesondere auch bei wirksamen Maßnahmen zum Schutz von Kindern.
Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit einem Vorhaben der finanziellen Zusammenarbeit mit einem Fokus auf Menschenrechte und Bekämpfung von Kinderhandel und Kinderarbeit.
Vertreter und Vertreterinnen von Gemeinden, Nichtregierungsorganisationen, dörflichen Selbsthilfevereinigungen, traditionelle und religiöse Autoritäten, Privatunternehmen sowie Angehörige der Zielgruppen sind bei der Planung und Umsetzung von Förderungen einbezogen.

Ziele und Aktivitäten

Die Unterstützung der deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit zielt darauf ab, Achtung, Schutz und Gewährleistung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in Burkina Faso nachhaltig zu verbessern und ihre altersgemäße Entwicklung zu fördern.

Schwerpunkte der technischen Zusammenarbeit:

  • Beratung von Ministerien und nichtstaatlichen Akteuren bei der Erarbeitung und Umsetzung von nationalen Strategien mit dem Fokus auf Abschaffung von Kinderarbeit und -handel
  • Aus- und Fortbildung in Gemeinden, Privatunternehmen und Ministerien sowie von traditionellen Führern
  • Aufklärung der Bevölkerung über ihre Rechte durch zielgruppenspezifische Kommunikation


Schwerpunkte der finanziellen Zusammenarbeit:

  • Verbesserung von Bildungsangeboten durch den Bau relevanter Infrastruktur wie Internate, Ausbildungs- und Übernachtungszentren
  • Vergabe von Schul- und Ausbildungsstipendien - Einrichtung von Schulkantinen
  • Unterstützung von Gemeinden in der Erarbeitung kommunaler Sozialpläne mit der Festlegung notwendiger Projekte zum Kinderschutz
  • Unterstützung der Gemeinden bei der Einrichtung spezieller Sozial konten für die Finanzierung von Kinderschutzmaßnahmen

Erfolge und Herausforderungen

Eine Verbesserung der Situation junger Menschen ist in den Schwerpunktdörfern deutlich erkennbar:

  • Es ist ein Anstieg des Schulbesuches von Jungen und Mädchen zu verzeichnen, der signifikant höher ist als außerhalb des Projektgebietes. Bei 30.000 Kindern konnte der vorzeitige Schulabbruch verhindert werden. Die Einrichtung und Nutzung von Schulkantinen und Übernachtungseinrichtungen wirkte sich positiv auf den Schulbesuch aus.
  • Die Einschulungsrate von Mädchen stieg auf 60 Prozent im Südwesten (2003/2004: 30 Prozent) und auf 46 Prozent im Osten (2003/2004: 19 Prozent). Außerdem konnte die Schulabbrecherquote von rund 50 auf rund 35 Prozent gesenkt werden.

Eine Herausforderung besteht darin, die Bereitschaft aller Teile der burkinischen Gesellschaft zu erreichen und maßgeblich auf die Überwindung der schlimmsten Formen von Kinderarbeit hinzuwirken.

Kontakt

Burkina Faso/Bekämpfung Kinderhandel Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH
Dag-Hammarskjöld-Weg 1 - 5
65760 Eschborn
www.giz.de

Telse Badil
Tel.+49 (0) 226503649 - 11
telse.badilgiz.de

Alain Some
Tel. +49 (0) 2 26 70 2160 - 28
alain.somegiz.de

 

KfW Entwicklungsbank
Palmengartenstraße 5 - 9
60325 Frankfurt am Main
www.kfw-entwicklungsbank.de

 

Jennifer Wörl
Tel. +49 (0) 69 74 31 - 89 50
jenniferwoerlkfw.de

 

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Quelle:

Kinder- und Jugendrechte konkret - Beispiele aus der Praxis, S. 7f.