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11.05.2020

Umfrage zeigt: Kinder entwickeln wegen der Corona-Maßnahmen Angstgefühle

Eins von vier befragten Kindern, das von den Corona-Maßnahmen, sozialen Einschränkungen und Schulschließungen betroffen ist, hat mit Angstgefühlen zu kämpfen.
Fast 1,3 Milliarden Kinder weltweit können auf Grund der Corona-Pandemie aktuell nicht zur Schule gehen. © Jonathan Hyams / Save the Children

Für diese Kinder besteht die Gefahr dauerhafte psychische Probleme, darunter Depressionen, zu entwickeln. Dies belegen Umfragen im Auftrag von Save the Children unter 6.000 Kindern und Eltern in den USA, Deutschland, Finnland, Spanien und Großbritannien.

In den Erhebungen berichteten Kinder, dass sie sich besorgt, gelangweilt und verängstigt fühlten. 65 Prozent der Kinder kämpfen mit Langeweile und Gefühlen der Isolation. Das Verbot, draußen mit Freunden zu spielen oder die Angst, in ihrer Ausbildung zurückzufallen, trugen zusätzlich zu ihren Gefühlen von Entbehrung und Beklemmung bei.

"Obwohl Kinder widerstandsfähig sind, dürfen wir die Auswirkungen der Pandemie auf ihr psychisches Wohlbefinden und ihre Gesundheit nicht unterschätzen. Mädchen und Jungen in einem stabilen Umfeld wird es wahrscheinlich besser ergehen. Aber viele Kinder haben nicht dieses Glück. Diejenigen, die in Armut leben, zu Hause Gewalt erfahren oder anderweitig verletzlich sind, können durch lang andauernde Einschränkungen an den Rand gedrängt werden. Im schlimmsten Fall könnte dies, wenn das Problem unerkannt bleibt, zu Depressionen und anderen Einschränkungen in der psychischen Gesundheit führen. Die Auswirkungen von Corona auf die psychische Gesundheit könnten sich weit über die Dauer der Pandemie hinaus auswirken." Marie Dahl, Leiterin des Bereichs psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung von Save the Children

Auch wenn mehrere Länder allmählich damit beginnen, ihre Maßnahmen zu lockern, bleiben viele Schulen weiterhin geschlossen - das betrifft weltweit fast 1,3 Milliarden Kinder. Zudem werden auch in naher Zukunft überall auf der Welt weiterhin strenge soziale Beschränkungen gelten.

Kinder müssen stärker priorisiert werden

Save the Children fordert alle Regierungen auf, der psychischen Gesundheit, dem Wohlbefinden und der Bildung der Kinder Priorität einzuräumen und in sie zu investieren. Dazu gehört auch die Unterstützung von Mädchen und Jungen, die in den ärmsten und fragilsten Ländern der Welt oder in konfliktbetroffenen Gemeinschaften leben. Die Corona-Krise trifft diese Kinder besonders hart.

"Kinder erleiden enorme Umwälzungen von einem bisher unbekannten Ausmaß. Es hat viele plötzliche Veränderungen in ihrem Leben gegeben und es ist noch so viel unbekannt über die langfristigen Auswirkungen dieser Krise. Was wir tun können, ist wachsam zu sein und alles daran zu setzen, dass die psychische Gesundheit der Kinder nicht beeinträchtigt wird. Es ist wichtig, dass alle Länder in der Lage sind, Anzeichen von Verzweiflung und Depressionen bei Kindern während des Lockdowns und nach der Rückkehr dieser Kinder ins öffentliche Leben zu erkennen und darauf zu reagieren." Marie Dahl, Leiterin des Bereichs psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung von Save the Children


Weitere Informationen zur Umfrage:
Die Umfragen fanden im Auftrag von Save the Children oder durch Mitarbeiter der Organisation im März und April 2020 statt. Es wurden Telefon- und Online-Umfragen durchgeführt. Ziel der Umfrage war es, die Auswirkungen der sozialen Einschränkungen für Kinder zu analysieren. Die Umfrage wurde in folgenden Ländern durchgeführt:

  • USA (1.500 Eltern und Kinder)
  • Spanien (2.000 Haushalte)
  • Großbritannien (1.002 Eltern)
  • Finnland (1.121 Kinder und Jugendliche)
  • Deutschland (1.002 Eltern und Kinder – Forsa-Umfrage)
  • Zudem wurden in Nicaragua 60 Kinder und in Indonesien 68 Kinder stichprobenartig befragt.
Autor:
Save the Children
Quelle:
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