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01.11.2019

Überschwemmungen in Somalia: Über 100.000 Kinder betroffen

Wegen schwerer Überschwemmungen haben in Somalia mindestens 200.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen, die Hälfte davon Kinder.
Über 200.000 Menschen in Somalia mussten auf Grund schwerer Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. © Saddam Carab / Save the Children

Seit Tagen regnet es heftig in den Regionen Hiiraan und Bakool im Zentrum des Landes.

Besonders schlimm ist die Lage in der Großstadt Beledweyne am Fluss Shabelle, wo 85% der Bewohner*innen von Überschwemmungen betroffen sind. Derweil muss sich der Norden Somalias auf den tropischen Wirbelsturm „Kyarr“ einstellen, der für Starkregen und Sturzfluten in den Regionen Puntland und Somaliland sorgen könnte. Diese Regionen leiden bereits unter den Folgen extremer Dürre.

„Somalia betrifft die Klimakrise besonders stark, die natürlichen Lebensgrundlagen werden bis an ihre Grenzen ausgeschöpft. Die jetzige Situation zeigt, wie verletzlich die Gemeinschaften in Somalia sind. Save the Children war als eine der ersten internationalen NGOs in der Region im Einsatz, um die Kinder und ihre Familien in diesen harten Lebensbedingungen zu unterstützen. Die meisten unserer Mitarbeiter vor Ort sind nun ebenfalls vertrieben, auch ihre Häuser wurden durch die Überschwemmungen zerstört. Aber sie arbeiten weiter unermüdlich für die Gesundheit und das Überleben der Menschen." Mohamud Mohamed Hassan, Länderdirektor von Save the Children in Somalia

Die Teams von Save the Children in Beledweyne berichten, dass ganze Stadtviertel unter Wasser stehen. Familien flohen mit Traktoren, Eselskarren, auf Booten oder zu Fuß aus ihren Häusern. Zehntausende Familien leben jetzt in höher gelegenen Gebieten in provisorischen Lagern. Sie benötigen dringend Nahrung, Wasser und andere lebensnotwendige Güter.

Fast 85 % der fast 400.000 Einwohner von Beledweyne sind nach Angaben der somalischen Regierung von den Überschwemmungen betroffen. Nach Angaben der Regierung hat sich die Situation auf andere Gebiete ausgeweitet, darunter Bardale, wo Sturzfluten aufgrund starker Regenfälle mindestens 30.000 Menschen getroffen haben. Für die kommenden Tage werden weitere Regenfälle vorhergesagt.

„Leider droht sich die Lage noch zu verschlimmern“, sagt Mohamud Mohamed Hassan. „Der aktuelle Bedarf an Hilfen ist enorm und ohne zusätzliche Gelder können wir den Bedürfnissen nicht gerecht werden. Im Moment ist unsere Hauptsorge die drohende Gesundheitskrise, einschließlich Cholera und Malaria, die verheerende Krankheiten für Kinder sind. Das Hauptkrankenhaus in Bardale ist wegen der Überschwemmungen außer Betrieb, dadurch ist eine Katastrophe vorprogrammiert.“ (...)

Autor:
Save the Children
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