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10.11.2019

Südsudan: Hunderttausende Kinder von Überschwemmungen und Hunger bedroht

Außergewöhnlich starke Regenfälle haben seit Ende Oktober ganze Landstriche im Südsudan unter Wasser gesetzt. Die Regierung hat für fast alle Regionen des Landes den Ausnahmezustand ausgerufen.
Überschwemmungen im Südsudan: Frauen und Kinder vor der Kirche in Panyagor. Rund 500 Menschen finden hier Schutz vor dem Hochwasser. © UNICEF/UNI220939/Ryeng

Weitgehend unbeachtet von der Weltöffentlichkeit leiden mehr als 900.000 Menschen unter den Folgen, darunter 490.000 Kinder. Schätzungsweise 70.000 Familien mussten vor dem Hochwasser fliehen. Die Regierung hat für fast alle Regionen des Landes den Ausnahmezustand ausgerufen.

Die Überschwemmungen verschärfen die ohnehin dramatische humanitäre Situation im Südsudan. Mehr als 4 Millionen Menschen mussten aufgrund des andauernden Konflikts in den letzten Jahren ihr Zuhause verlassen. 860.000 Kinder leiden an akuter Mangelernährung und 2,2 Millionen Kinder gehen nicht zur Schule.

Das Hochwasser hat Dörfer überflutet und Häuser weggespült. Zahlreiche Schulen und Gesundheitszentren mussten ihren Betrieb aufgrund von Überflutung und unpassierbaren Straßen einstellen. In Jonglei, im Osten des Landes, sind 90 Prozent der Gesundheitszentren betroffen. 42 Ernährungszentren mussten bereits schließen. Aufgrund des verschmutzen Wassers in den betroffenen Gebieten breiten sich Malaria und Durchfallerkrankungen aus, die vor allem für die ohnehin geschwächten Kleinkinder gefährlich sind. Mit einem Ende der Regenfälle bis Ende des Jahres ist nicht zu rechnen.

Vor diesem Hintergrund reist Sandra Bulling, Leiterin der Programm-Kommunikation von UNICEF Deutschland, am Sonntag zu einem fünftägigen Projektbesuch in den Südsudan. Sie wird sich vor allem über die Situation mangelernährter Kinder informieren. Obwohl umfangreiche humanitäre Hilfe den Hungertod vieler Kinder vermeiden konnte, sind in diesem Jahr mehr Menschen in Gefahr als je zuvor.

Für dringende Nothilfeprogramme benötigt UNICEF 10 Millionen US-Dollar. Mit den Geldern plant UNICEF:

  • den Zugang zu sauberem Wasser zu gewährleisten, Hygieneartikel zu verteilen und sanitäre Anlagen zu errichten;
  • schwer akut mangelernährte Kinder zu behandeln;
  • Malaria und Durchfallerkrankungen zu behandeln und Maßnahmen für den Fall einer Cholera-Epidemie zu treffen;
  • temporäre Lernräume und Lernmaterialien bereitzustellen und den Wiederaufbau von Schulen zu unterstützen;
  • Familien zusammenzuführen und kinderfreundliche Orte zu schaffen.
Autor:
UNICEF
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