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09.08.2019

Schulbus-Angriff im Jemen: „Nachts habe ich schlimme Träume.“

Vor einem Jahr kamen bei einem verheerenden Schulbus-Angriff im Jemen 40 Kinder ums Leben. Save the Children hat mit zwei Schülern gesprochen, die den Angriff überlebten. Die Kinder kämpfen jeden Tag mit den psychischen und physischen Folgen.
Der 12-jährige Khaled* wurde bei dem Schulbus-Angriff vor einem Jahr schwer verletzt. Er hat immer noch Splitter im Kopf, die nur operativ entfernt werden können. © Sami M. Jassar / Save the Children

Khaled*, 12 Jahre

Khaled * ist eines der Kinder, die den Luftangriff in Saada am 9. August 2018 überlebten. Er war mit seinen Freunden auf einem Schulausflug, als der Bus auf einem geschäftigen Marktplatz getroffen wurde.

"Als wir angegriffen wurden sagte mein Freund: „Ich schwöre, sie zielen direkt auf uns.“ Ich glaubte ihm nicht und antwortete ihm, dass sie uns nicht treffen werden. Aber er hatte recht. Sie zielten direkt auf uns." Khaled*, 12 Jahre aus dem Jemen

Bis heute leidet Khaled unter den Folgen des Angriffs. Er hat noch immer Splitter im Kopf, die nur operativ entfernt werden können. Sie verursachen Kopfschmerzen und er kann sich an viele Dinge aus seiner Vergangenheit nicht mehr erinnern. Er kann nicht zur Schule gehen, weil sein Bein immer noch verletzt ist und seine Familie kein Auto hat, um den weiten Schulweg zurückzulegen.

"Jedes Mal, wenn ich Kampfflugzeuge höre, verstecke ich mich. Ich halte mir die Ohren zu und versuche zu schlafen. Ich habe Angst, dass wir wieder getroffen werden. Nachts habe ich schlimme Träume. Ich sehe das Gemetzel, ich sehe alles ... dann stehe ich auf und weine die ganze Nacht." Khaled*, 12 Jahre aus dem Jemen


Ismail*, 8 Jahre

Ismail* weint immer noch bei dem Gedanken an den Angriff vor einem Jahr. Er hat das Gefühl, nicht mehr zu leben.

Auch Ismail* wurde bei dem Luftangriff vor einem Jahr verletzt. Er kann zwar wieder laufen, hat aber immer noch Angst, aus dem Haus zu gehen und zu spielen. Sein Vater Saif * erzählt, dass er vor dem Schulausflug Bedenken um die Sicherheit seines Sohnes hatte und ihn erst nicht mitfahren lassen wollte.

"Als ich hörte, dass der Bus bei einem Luftangriff getroffen wurde, konnte ich es nicht glauben. Ich war so wütend. Ich verlor den Verstand und schrie laut." Saif*, Vater von Ismail*

Ismail* weint immer noch bei dem Gedanken an den Angriff. Er hat das Gefühl, nicht mehr zu leben und starke psychische Verletzungen davongetragen.


Krieg gegen Kinder

Wie Ismail* und Khaled* erleben zehntausende Kinder im Jemen Gewalt oder andere Gräueltaten, die oft tiefe physische und mentale Narben hinterlassen. Seit Beginn des Krieges im April 2013 wurden mehr als 7.500 Kinder getötet oder verstümmelt. Rund 7,4 Millionen jemenitische Kinder brauchen Hilfe und Schutz, weil sie in stark umkämpften Gebieten leben. Save the Children ist vor Ort, um diesen Kindern zu helfen und verurteilt die Angriffe im Jemen. Wir fordern einen sofortigen Stopp aller Waffenverkäufe an die im Jemen-Krieg beteiligten Kriegsparteien.

Autor:
Save the Children
Quelle:
Kategorie:
Bildung Frieden und Sicherheit Kinder in bewaffneten Konflikten Gesundheit Recht auf Bildung Recht auf Förderung Recht auf Gesundheit Recht auf Schutz Aktuelles Save the Children Deutschland e.V.