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07.09.2018

Vier Millionen Flüchtlingskinder ohne Schule

Zum Weltalphabetisierungstag am 8. September: Bundesregierung soll sich im Irak für das Kinderrecht auf Bildung einsetzen.

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Anlässlich des Weltalphabetisierungstags am 8. September erinnert das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes daran, dass gegenwärtig vier Millionen Flüchtlingskinder nicht zur Schule gehen können. Hinzu kommen die Kinder der 40 Millionen Binnenvertriebenen, die ebenfalls oft keine Bildungsmöglichkeiten haben. Nach einem aktuellen Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR besuchen nur 61 Prozent der Flüchtlingskinder eine Grundschule und 23 Prozent weiterführenden Unterricht.

Die Ursachen dafür sind vielfältig. »In vielen Aufnahmeländern haben Flüchtlingskinder zwar das Recht, eine Schule zu besuchen. Das nützt ihnen aber nichts, denn oft fehlen qualifizierte Lehrkräfte und geeignetes Schulmaterial, oder der Weg zur Schule ist viel zu weit«, so Albert Recknagel, Vorstandssprecher von terre des hommes. »Zudem findet der Unterricht häufig in einer für die Kinder fremden Sprache statt, so dass sie ihm nicht folgen können.«

Im kurdischen Nordirak wurden deshalb für die Kinder der etwa eine Million Binnenflüchtlinge aus dem Zentralirak muttersprachliche Schulen eingerichtet. Diese Schulen sind jedoch nun von der Schließung bedroht, denn die Regierung in Bagdad überlegt, die arabischsprachigen Lehrerinnen und Lehrer abzuziehen. Sie will die Menschen dazu bringen, in ihre Heimatorte im Zentralirak zurückzukehren. Doch aufgrund der verbreitet immer noch kritischen Sicherheitslage und zerstörter Infrastruktur kommt für zahlreiche Familien eine Rückkehr derzeit nicht in Frage.

»Falls der Großteil der offiziellen Schulen geschlossen werden sollte, werden immer mehr Kinder auf den informellen Unterricht ausweichen, den Partnerorganisationen von terre des hommes in unseren fünf Kinderschutzzentren im Nordirak anbieten«, befürchtet Recknagel. »Dieser Unterricht soll die Kinder jedoch eigentlich auf die reguläre Schule vorbereiten und sie nicht ersetzen. Wir fordern die Bundesregierung als eine der wichtigsten Geldgeberinnen im Irak auf, ihren Einfluss auf Bagdad zu nutzen und auf den Fortbestand der offiziellen Schulen für die Kinder der Binnenvertriebenen im Nordirak zu drängen.«

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