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06.03.2018

Verschleppt oder verkauft: Opfer vor allem weiblich

Plan International stärkt Schutz von Mädchen und Frauen durch Anti-Trafficking-Projekte

Dinh konnte ihren Entführern entkommen. © Vincent Tremeau | Plan International

Jedes Jahr verschwinden weltweit Hundertausende Mädchen und Frauen, die Dunkelziffer ist groß. Zum Internationalen Weltfrauentag am 8. März macht die Kinderhilfsorganisation Plan International darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, Frauen schon von früh an zu stärken, damit sie keine Opfer werden. Mehr als 70 Prozent aller Betroffenen des weltweiten Menschenhandels sind laut UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) weiblich. Gegen ihren Willen werden Mädchen und Frauen verkauft oder verschleppt, häufig in ein fremdes Land, wo sie sexuell oder wirtschaftlich ausgebeutet werden.

„Vor allem Mädchen und Frauen aus armen Verhältnissen und Krisenregionen laufen Gefahr, Opfer von Menschenhändlern zu werden“, sagt Maike Röttger, Geschäftsführerin von Plan International Deutschland: „Aber auch in Regionen mit starkem Einkommensgefälle ist das Risiko sehr groß.“

So werden beispielswiese immer mehr vietnamesische Mädchen aus den abgelegenen und armen Gemeinden nahe der chinesischen Grenze entführt und als Bräute nach China verkauft. Allein während der vergangenen drei Jahre sind Hunderte nicht mehr nach Hause gekommen und spurlos verschwunden. Der Handel mit jungen Frauen ist eine Folge von Chinas strikter Geburtenkontrolle. Jungen werden in China bevorzugt. Das hat dazu geführt, dass dort deutlich mehr Söhne als Töchter geboren werden und ein Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern herrscht. Prognosen besagen, dass im Jahr 2030 etwa 30 Millionen mehr Männer als Frauen in China leben werden. Alle konkurrieren darum, eine Ehefrau zu finden. Plan International führt in Vietnam und China sowie in anderen betroffenen Ländern wie Togo oder Nigeria sogenannte Anti-Trafficking-Programme durch, um die Frauen zurückzuholen und ihnen zu helfen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und die Wiedereingliederung zu erleichtern.

„Auch, wenn es gelingt, verschleppte Mädchen und Frauen ausfindig zu machen, ist der Rettungs- und Rückführungsprozess äußerst komplex und langwierig“,  so Maike Röttger. „Wir unterstützen die Opfer dabei, sie wieder in ihr soziales Umfeld zu integrieren und gemeinsam mit ihnen eine berufliche Perspektive zu entwickeln. Unser besonderes Augenmerk liegt aber darauf, die Menschen in den Gemeinden für mögliche Gefahren zu sensibilisieren, um zu verhindern, dass es überhaupt so weit kommt.“

Um der Verschleppung von Mädchen und Frauen vor Ort vorzubeugen, arbeitet Plan International eng mit lokalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen. Dabei kommt Plan seine langjährige Expertise in vielen Ländern zugute: Seit 1993 ist Plan International in Vietnam und seit 1995 in China tätig.

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