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09.12.2018

UNATSBO Presseerklärung zum 9. Dezember 2018

Zum Welttag der arbeitenden Kinder und Jugendlichen dokumentiert ProNATs die Presseerklärung von UNATSBO, der bolivianischen Bewegung arbeitender Kinder und Jugendlicher.

Der Welttag der arbeitenden Kinder und Jugendlichen wird jedes Jahr am 9. Dezember gefeiert. Er wurde 2006 auf Initiative arbeitender Kinder und Jugendlicher etabliert, die seither diesen Tag nutzen, um auf ihre Anliegen hinzuweisen - auch im Sinne einer Kritik an dem internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni unter Schirmherrschaft der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dieses Jahr dokumentiert ProNATs die Presseerklärung von UNATSBO, der bolivianischen Bewegung arbeitender Kinder und Jugendlicher, die wir hier in eigener Übersetzung wiedergeben.


9. DEZEMBER – TAG DER WÜRDE DER ARBEITENDEN KINDER UND JUGENDLICHEN

Die Union der arbeitenden Kinder und Jugendlichen Boliviens „UNATSBO“ und die lokale Bewegung der Kinder und Jugendlichen von Llallagua, Uncía, Siglo XX und Catavi „MOLDNATS“ grüßen an diesem Tag alle arbeitenden Kinder und Jugendlichen Boliviens und der Welt. An diesem Tag erinnern wir daran, dass wir für eine Arbeit in Würde und die Achtung der Rechte aller Kinder und Jugendlichen und im Besonderen der arbeitenden Kinder und Jugendlichen kämpfen. Es ist nun 22 Jahre her, seit wir den 9. Dezember eines jeden Jahres zum INTERNATIONALEN TAG der Würde des arbeitenden Kindes erklärt haben. In unserem Fall konstatieren wir mit großer Trauer, aber auch Entschlossenheit, dass das Plurinationale Verfassungsgericht die Artikel zur Arbeit im Kinder- und Jugendgesetzbuch 584 für ungültig erklärt hat. Diese Artikel waren das Ergebnis unseres jahrelangen Kampfes, bei dem wir uns in der Stadt La Paz sogar gegen gewalttätige Angriffe wehren mussten. Was wir erkämpft haben, kann nicht mit einem Federstrich beseitigt werden.

Vizepräsident Álvaro Linera kündigte am 1. Dezember an, dass diese Artikel überprüft würden. Er tat dies, nachdem die US-Regierung von Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, das Allgemeine Präferenzsystem (APS) für Bolivien aufzukündigen. Dieses Programm ermöglicht 140 als besonders arm eingestuften Ländern mehr als 5.000 Produkte ohne Steuern und Zölle in die USA zu exportieren. Die Erklärung des Vizepräsidenten zeigt, dass die Regierung Boliviens bereit ist, sich dem Imperialismus zu beugen.

UNATSBO hat darauf bestanden, dass das Parlament bei dieser Gesetzesänderung unsere Ansichten berücksichtigt, bisher leider vergeblich. Wir fordern erneut öffentlich dazu auf, unsere Stimmen zu hören, da wir dazu ein Recht haben. Niemand kann ohne unsere Mitwirkung Gesetze ändern, die unsere Interessen berühren.

Wir Kinder und Jugendlichen werden weiter gegen Gesetze kämpfen, die uns verbieten zu arbeiten, da sie unsere Probleme nicht lösen. Wir bestehen darauf, dass man uns arbeiten lässt und zwar unter menschenwürdigen Bedingungen und unter Beachtung unserer Rechte. Wir möchten nicht, dass die Gesellschaft uns mitleidig bedauert, sondern anerkennt, dass wir mit unserer Arbeit zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Länder beitragen. Bisher wurden wir nur ignoriert und unsichtbar gemacht, obwohl in der Welt mehr als 220 Millionen arbeitende Kinder die Wirtschaft in Gang halten. Wir nehmen nicht länger hin, dass wir einfach ins Dunkle abgeschoben und marginalisiert werden, ohne Schutz bleiben und in vielen Fällen ausgebeutet werden. (...)

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