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30.11.2018

Krise Zentralafrikanische Republik: Kinder leiden unter Hunger und Gewalt

Neuer UNICEF-Bericht zur Krise in der Zentralafrikanischen Republik.

© UNICEF/UN0239452/Gilbertson VII Photo

Vor fünf Jahren sorgte ein Blutbad in der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, Bangui, weltweit für Schlagzeilen. Seitdem hat sich die Situation für Kinder in einem der ärmsten Länder der Welt kontinuierlich verschlechtert: Gewalt und Hunger bestimmen ihren Alltag. Aber sowohl internationale Aufmerksamkeit als auch finanzielle Unterstützung gibt es kaum.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF nennt die Krise in der Zentralafrikanischen Republik in einem heute veröffentlichten Bericht deshalb eine „vernachlässigte Krise“.

„Die Lage der Kinder ist verzweifelt“, sagte Christine Muhinga, Leiterin von UNICEF in der Zentralafrikanischen Republik. Rund zwei Drittel der Kinder – 1,5 Millionen – benötigen heute dringend humanitäre Hilfe. Jedes vierte Kind musste in den vergangenen Jahren fliehen. Tausende Mädchen und Jungen wurden von bewaffneten Gruppen als Kindersoldaten rekrutiert oder wurden Opfer von sexueller Gewalt. UNICEF rechnet damit, dass im kommenden Jahr über 43.000 Kinder unter fünf Jahren lebensbedrohlich mangelernährt sein werden.

„Die Zentralafrikanische Republik ist eines der ärmsten und am wenigsten entwickelten Länder der Welt – und eines der gefährlichsten für humanitäre Helfer“, sagte Christine Muhinga, Die Zahl der Angriffe auf Helfer hat sich vervierfacht: auf 294 allein in den ersten achteinhalb Monaten von 2018 im Vergleich zu 67 im Jahr 2017.

Für die Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik sind hauptsächlich rund ein Dutzend Milizen verantwortlich, die vier Fünftel des Landes kontrollieren und um Viehwege und Bodenschätze wie Diamanten, Gold und Uran kämpfen. Allerdings greifen sie dabei häufiger Zivilisten an als gegnerische Gruppen. Auch Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Moscheen, Kirchen und Notunterkünfte für geflüchtete Menschen sind nicht vor Angriffen sicher.

Über eine Million Menschen sind vor der Gewalt aus ihren Häusern geflohen. Mit Stand Ende September 2018 waren 643.000 Menschen – die Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren – innerhalb des eigenen Landes auf der Flucht. Weitere 573.000 Menschen sind in eines der Nachbarländer geflohen. (...)


Bericht: Crisis in the Central African Republic (pdf, 2.9 mb, 26 pp)

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