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24.10.2017

Hilfe gegen die Hungersnot

Südsudan: Vier Millionen Menschen auf der Flucht

© terre des hommes

Anfang Juli jährte sich zum sechsten Mal die Unabhängigkeit des Südsudan. Doch zu feiern gibt es wenig. Die humanitäre Krise in der Region wird immer dramatischer. Das Land leidet unter dem Bürgerkrieg und den Folgen des Klimawandels. Etwa vier Millionen Menschen haben ihr Zuhause bereits verlassen, viele fliehen aus ihren Dörfer und suchen Schutz in sicheren Gegenden oder in Flüchtlingscamps, andere fliehen in Nachbarländer wie Uganda. Eine Lösung des Konfliktes scheint in weiter Ferne. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Knapp die Hälfte der Südsudanesen ist von Hunger bedroht.

terre des hommes hat in Zusammenarbeit mit der Schweizer Schwesterorganisation in Lausanne ein Hilfsprojekt für die Menschen im Südsudan ins Leben gerufen. Die Maßnahmen werden vor allem in der Region Central Equatoria umgesetzt, wo sich die Konfliktparteien seit Monaten gegenüberstehen. In der Stadt Yei sind die Nahrungsvorräte weitestgehend aufgebraucht, die landwirtschaftliche Produktion ist eingebrochen, auf den Märkten ist kaum noch etwas zu bekommen. Die Situation für die die Menschen hat sich in den letzten Monaten gravierend verschlechtert, zumal auch noch Krankheiten wie Cholera sich rasch ausbreiten.

Als eine erste, dringende Maßnahme erhalten 3.000 Kinder in ihrer Schule täglich eine gesunde Mahlzeit. Dafür wurden an 20 Schulen Küchen eingerichtet, in denen Eltern und andere Freiwillige die Speisen zubereiten und verteilen. Ferner gilt es, die Menschen wieder in die Lage zu versetzen, sich selbst zu versorgen. Saatgut wurde bisher vor allem aus Uganda bezogen, doch es fehlt nun wegen der blockierten Handelswege. Daher werden insgesamt 3.000 Haushalte direkt mit Saatgut und landwirtschaftlichen Geräten ausgestattet. Da die Felder außerhalb der Stadt liegen und wegen der Kriegshandlungen nicht mehr gefahrlos bestellt werden können, bleibt vielen nur der Anbau vor der eigenen Haustür. Die Familien ziehen nun Gemüse, dafür erhalten sie ein Basistraining, in dem sie lernen, das Beste aus ihrer kleinen Anbaufläche herauszuholen. Ferner bekommen 2.000 Haushalte Kochutensilien, Wasserkanister und Moskitonetze, um die weitere Ausbreitung von Cholera und Malaria einzudämmen.

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