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07.08.2017

Für Gleichberechtigung in Zeiten von Krisen

Mädchen und Frauen sind in Krisengebieten besonders auf Schutz angewiesen. Ein Beispiel aus Nigeria zeigt, wie Plan International mit humanitärer Hilfe einen positiven Wandel hin zu mehr Geschlechtergerechtigkeit erzielt.

© Plan International

(...) Um den Schutz der Kinder gewährleisten zu können, bezieht Plan International erfahrene Gemeindemitglieder in die lokale Arbeit ein und ermöglicht ihnen einen Austausch mit Entscheidungsträgern. Als ausgewählte Mitglieder des Komitees für Kinderschutz konnten Salima und Mary damit innerhalb weniger Monate die Rolle von Frauen in Uba Borno verändern. „Durch dieses Programm können wir mit den Gemeindeältesten und anderen Autoritäten sprechen - und unsere Stimmen werden auch gehört und berücksichtigt. Zum ersten Mal sind wir an Entscheidungen beteiligt“, sagt Mary.

Während der Fokus humanitärer Hilfe in Krisengebieten vor allem darin liegt, menschliches Leiden zu lindern und grundlegende Bedürfnisse zu decken, kann sie auch dazu verhelfen, Geschlechtergerechtigkeit nachhaltig zu befördern. Das Beispiel aus Uba Borno zeigt, dass vorherrschende Strukturen auch in Krisen durchbrochen und durch sie Möglichkeiten für einen positiven Wandel sozialer Normen und Machtverhältnisse geschaffen werden können.

Nicht nur für Mary und Salima hat sich ihre Stellung in der Gemeinde verändert. In Uba Borno wurde die traditionelle Sicht auf Frauen auf den Kopf gestellt. „Das Projekt hat jeden von uns auf die eine oder andere Weise stärken können“, sagt Mary. In der Gemeinde gab es viele alleinerziehende Mütter, die ihre Ehemänner während der Unruhen durch Boko Haram verloren haben. Viele Kinder mussten selbst den Haushalt führen und mit wenig Geld auskommen. Durch die Unterstützung von Plan konnten mehr als 150 Frauen und Mädchen ihre eigene Bäckerei, Schneiderei und andere Geschäfte eröffnen und so ein selbständiges Leben führen.

Mit einem Teil ihres Einkommens können die Frauen nun auch dafür sorgen, dass ihre Kinder - unter ihnen auch viele Mädchen - die Schule besuchen können. Auch dies ist eine neue Entwicklung für Uba Borno wie Salima erzählt. „Plan International konnte das Bewusstsein über die Bedeutung der Bildung von Mädchen stärken“, sagt die ehemalige Lehrerin. Bevor das Projekt begonnen hatte, durften Mädchen nicht zur Schule gehen, jetzt steigen die Anmeldezahlen von Mädchen an Schulen stetig. „Und selbst die Mädchen, die noch immer nicht zur Schule gehen können, gehen nachmittags zu den Kindesschutzentren von Plan International. Dort lernen sie das, was in der Grundschule nicht gelernt haben und bekommen psychosoziale Unterstützung. Früher sind sie in dieser Zeit zum Markt oder zum Fluss gegangen - und manchmal reißt der Fluss jemanden mit.“

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