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06.12.2018

'Education – Not for sale'

Der Jugendbeirat von Plan International Deutschland e.V. fordert mit seiner Kampagne nachhaltigeren Konsum und Investitionen in Bildung, um Kinderarbeit zu bekämpfen.

Logo - Plan International Deutschland e.V.

Kinderarbeit als Bildungsbarriere

Laut der ILO sind weltweit 152 Millionen Kinder von Kinderarbeit betroffen (Daten: 2017). Kinderarbeit ist eine Bildungsbarriere. Laut dem Bericht 'Global Estimates of child labour – Results and Trends 2012 – 2016' können 32% der von Kinderarbeit betroffenen Kinder im Alter von 5- 14 Jahren nicht zur Schule gehen. Das sind 36 Millionen Kinder, die von Schulbildung komplett ausgeschlossen sind. Und auch die 68% Kinder dieser Altersgruppe, die zur Schule gehen können, haben häufig durch ihre Arbeit Schwierigkeiten beim Lernen: Sie können sich häufig nicht konzentrieren, da sie durch die Arbeit erschöpft sind oder an den gesundheitlichen Folgen der Arbeit leiden und haben keine Zeit zum Lernen oder Hausaufgaben machen. Bildung jedoch ist der Schlüssel, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen und eine sichere ökonomische Grundlage zu erlangen.

Mit seiner Kampagne 'Education Not For Sale' ruft der Jugendbeirat zur Wahrung der Kinderrechte in Konsum- und Produktionsmustern auf und fordert die Bundesregierung auf, ihrer internationalen Verantwortung zum Schutz der Kinderrechte weltweit nachzukommen.

Deutschlands Verantwortung im Kampf gegen Kinderarbeit

Die Bundesrepublik Deutschland hat die internationale Konvention der Kinderrechte, die Kernarbeitsnormen der ILO und die Agenda 2030 unterzeichnet, und sich damit zum Schutz der Kinderrechte, Einsatz für menschenwürdige Arbeit und zur Ergreifung von unverzüglichen Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit verpflichtet.

In Deutschland ist Kinderarbeit seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts verboten. Aber Deutschland hat eine globale Verantwortung für alle Kinder, die noch Kinderarbeit leisten müssen, besonders deshalb, weil hier in Deutschland wirtschaftlich von Dumpinglöhnen und Kinderarbeit profitiert wird. Mit der 'Education- Not for sale' Kampagne ruft der Jugendbeirat von Plan International Deutschland e.V. deshalb Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik auf, Verantwortung zu übernehmen im Kampf gegen Kinderarbeit als Bildungsbarriere.

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster bekämpfen die Hauptursache von Kinderarbeit

Armut ist die Hauptursache für Kinderarbeit. Um Kinderarbeit effektiv zu bekämpfen, sind daher fair bezahlte Erwerbsmöglichkeiten nötig, die es den Eltern ermöglichen ihre Kinder zur Schule zu schicken. Durch bewussten Konsum, der Wert auf die Einhaltung menschenwürdiger Arbeitsbedingungen und faire Löhne legt, kann hier in Deutschland dazu beitragen werden, Kinderarbeit international zu bekämpfen.

Die öffentliche Beschaffung hat mit einem Anteil von 13% am BIP einen entscheidenden Einfluss auf die Förderung sozial und ökologisch verträglicher Produkte. Der Jugendbeirat von Plan International fordert daher Städte und Kommunen dazu auf, bei der öffentlichen Beschaffung auf faire Alternativen zu setzen.

Aufklärung und Tranzparenz beim Thema Wirtschaft und Menschenrechte tragen dazu bei, dass mehr Menschen auch bei ihren individuellen Konsumentscheidungen soziale Aspekte berücksichtigen.

Des Weiteren fordern die Jugendlichen die Erfüllung der UN-Leitlinie zum Thema Wirtschaft und Menschenrechte, die verbindliche Regelungen zum Menschenrechtsschutz für Unternehmen vorschreibt. Im Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung besagter Leitlinie, der 2016 veröffentlicht wurde, werden Unternehmen aufgefordert, eine Grundsatzerklärung zu verabschieden, dass sie ihrer Verantwortung zum Schutz der Menschenrechte nachkommen und bis 2020 ihre Wertschöpfungskette dementsprechend kontrollieren – diese Regelung ist aber nicht rechtlich bindend.

Internationales Engagement für Bildung

Neben fairen Löhnen und menschenwürdigen Arbeitsbedingungen ist Bildung eines der wichtigsten Instrumente, um Armut und damit Kinderarbeit zu bekämpfen. Deshalb fordert das Kinderhilfswerk Plan International die Bundesregierung auf, sich international mehr Bildung einzusetzen und insbesondere auch Bildung in Krisensituationen zu unterstützen. Denn Kinder und Jugendliche sind in Krisen- und Konfliktsituationen besonders von der Verletzung ihrer Rechte gefährdet. Die Rate der Kinder, die Opfer von Kinderarbeit werden, ist in Gebieten, in denen es bewaffnete Konflikte gibt, um 77% höher als der globale Durchschnitt. Plan International schlägt der Bundesregierung daher vor, die Globale Bildungspartnerschaft und den Education Cannot Wait Fonds zu unterstützen.

Um ihre Forderungen bekannt zu machen und Unterstützung zu erhalten, haben die Jugendlichen eine Postkarten-Aktion gestartet und machen mit kreativen Aktionen bei Veranstaltungen und über die sozialen Medien darauf aufmerksam (https://www.plan.de/jugend/deine-postkarte-an-entwicklungsminister-mueller/)

Quellen: ILO: Global Estimates of Child labour – Results and Trends 2012 – 2016 (Genf, 2017), https://www.bpb.de/apuz/146095/zur-geschichte-der-kinderarbeit?p=all

http://www.nachhaltige-beschaffung.info/DE/Allgemeines/allgemeines_node.html

https://www.plan.de/jugend/ 

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