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14.03.2019

"Die syrische Krise ist eine Krise der Kinder"

Acht Jahre Bürgerkrieg in Syrien / Internationale Hilfskonferenz in Brüssel. Über fünf Millionen syrische Kinder brauchen humanitäre Hilfe.

© UNICEF/UN0277727/Souleiman

Acht Jahre nach dem Beginn des Bürgerkriegs gibt es kein syrisches Kind mehr, das nicht von Gewalt, Tod, Vertreibung und Not betroffen ist. Obwohl die Kämpfe in weiten Teilen des Landes zurückgegangen sind, muss in einigen Regionen weiter mit Gewaltausbrüchen und Vertreibungen gerechnet werden. Laut UNICEF wurden allein im vergangenen Jahr 1.106 Tötungen von Kindern verifiziert – mehr als in jedem anderen Jahr seit Beginn des Konflikts. Die tatsächliche Zahl der Kinder unter den Opfern ist noch viel höher. Auch wo die Waffen schweigen, sind Millionen Kinder von Minen und Blindgängern bedroht, leiden unter Kälte und Armut, fehlender medizinischer Versorgung und können nicht zur Schule gehen.

Alarmierend ist aktuell die humanitäre Lage für über 65.000 Menschen im Lager Al Hol im Nordosten Syriens. Sie sind aus ehemals vom sogenannten Islamischen Staat kontrollierten Gebieten geflohen. Darunter sind auch schätzungsweise 3.000 Kinder aus 43 Nationen, deren Familien sich Milizen angeschlossen hatten. UNICEF ruft die betroffenen Regierungen dazu auf, für diese Kinder, die ihre Bürger sind oder von Staatsangehörigen geboren wurden, Verantwortung zu übernehmen. Die Kinder dürfen nicht staatenlos werden und es müssen Maßnahmen für eine nachhaltige Wiedereingliederung in die Gesellschaft entwickelt werden.

Anlässlich der am 13. und 14. März in Brüssel stattfindenden internationalen Hilfskonferenz ruft UNICEF die Regierungen zu planbaren, flexiblen und langfristigen Hilfszusagen für Syrien und die Nachbarländer auf. Nur so kann die dramatische Not der Familien verringert und mittelfristig eine Stabilisierung der Situation erreicht werden. Investitionen in Schutz und Bildung von Kindern und Jugendlichen sind notwendig, um den zerstörten sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft etwas entgegen zu setzen.

„Die syrische Krise ist heute eine Krise der Kinder“, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Jedes syrische Kind, dem wir den Besuch einer Schule oder eine Ausbildung ermöglichen, ist ein Hoffnungsträger dafür, dass die Rückkehr zu einem friedlichen Zusammenleben möglich ist.“

„Die Versorgungslage der sechs Millionen Binnenvertriebenen und über fünf Millionen Flüchtlingen in den Nachbarländern ist weiterhin dramatisch. (...)

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