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31.10.2018

Ausbildung und Aussöhnung: Neue Perspektiven für Sri Lankas Jugend

Eine praxisorientierte Berufsausbildung verbessert die Jobchancen vieler junger Menschen im Land. Gleichzeitig fördert sie Austausch und Aussöhnung zwischen den ehemaligen Bürgerkriegsparteien.

© GIZ

Sri Lanka befindet sich im Aufbruch. Seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2009 verzeichnet das Land kontinuierlich hohe Wachstumsraten. Diese Entwicklung trifft auch für die Nord- und Ost-Provinz der Insel zu. Diese Regionen waren vom Konflikt zwischen tamilischen Separatisten und der singalesisch dominierten Regierung besonders betroffen, heute wächst auch hier die Wirtschaft.

Dennoch fehlen in der Region gezielte Angebote zur Berufsausbildung. Das Ausbildungssystem ist noch nicht ausreichend auf die Bedarfe und Beschäftigungsmöglichkeiten der wachsenden Wirtschaft ausgerichtet, dem Lehrpersonal fehlen praxisorientierte Kompetenzen.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) ein Netzwerk von 16 Berufsbildungszentren. Ziel ist es, Jugendliche fit für den Arbeitsmarkt zu machen, die aus zum Teil ärmsten Verhältnissen im Norden und Osten Sri Lankas stammen.

Die Zentren arbeiten eng mit Unternehmen vor Ort zusammen, um die Ausbildung praxisnah zu gestalten und die Ausbildungen an den Bedarfen der Unternehmen zu orientieren. 84 Aus- und Weiterbildungslehrgänge wurden mit modernen, praxisorientierten und englischsprachigen Lehrplänen qualitativ aufgewertet oder neu eingeführt. Zu den Fachbereichen zählen etwa Automobiltechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie oder Hotelgewerbe.

Seit 2016 haben mehr als 4.000 junge Menschen die verbesserten Ausbildungslehrgänge abgeschlossen, 40 Prozent davon sind Frauen. Mehr als die Hälfte der Absolventinnen und Absolventen hat einen Job gefunden, mit dem sie ein eigenes Einkommen erzielen. Seit 2016 hat die GIZ 184 Lehrkräfte an den Berufsschulen geschult und 34 Verwaltungsfachkräfte fortgebildet.

Die verbesserte berufliche Bildung leistet auch einen Beitrag zur Versöhnung der ehemaligen Bürgerkriegsparteien. In den Ausbildungszentren kommen Jugendliche und Ausbilder unterschiedlicher Herkunft zusammen und tauschen sich miteinander aus. Die Berufsschulen bieten zudem gemeinsame Sport- und Kulturveranstaltungen an.

Weitere Angebote unterstützen gezielt die Aussöhnung. Lehrkräfte wurden in Friedenserziehung geschult und der Schüleraustausch „North meets South“ ins Leben gerufen.

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