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16.06.2022

Lieferkettenberatung: So funktioniert unternehmerische Sorgfaltspflicht

Vor 10 Jahren wurden die Grundsätze zum Schutz und zur Förderung von Kinderrechten erarbeitet, um Unternehmen dabei zu unterstützen, kinderrechtliche Perspektiven in ihre unternehmerischen Prozesse zu integrieren.
Kinder von Wanderarbeiter*innen besuchen die "Summer School" einer Haselnussplantage in der Türkei, während ihre Eltern als saisonale Erntehelfer arbeiten. © Onurcan Ileri / Save the Children

Das Beratungsangebot von Save the Children gibt Unternehmen Möglichkeiten, die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht entlang der eigenen Lieferketten umzusetzen.

Kinder machen 30 Prozent der Weltbevölkerung aus. Dennoch gelten sie als vulnerabelste Gruppe, deren Rechte immer wieder eingeschränkt und beschnitten werden. So sind 160 Millionen Kinder weltweit derzeit von Kinderarbeit betroffen. Durch die Covid-19-Pandemie hat sich die Lage dramatisch verschärft: Schulen blieben geschlossen, die Armut nimmt zu, Lebensstandards verschlechtern sich und Beschäftigungsmöglichkeiten bleiben aus. Viele Erziehungsberechtigte verdienen nicht mehr genug Geld, um die ganze Familie zu versorgen. Das Ziel der Vereinten Nationen, Kinderarbeit bis 2025 beenden zu wollen, ist damit in weite Ferne gerückt.

Kinderrechtliche Perspektiven im Mittelpunkt

Unternehmen stehen gerade jetzt, aber auch unabhängig von den sozioökonomischen Auswirkungen der Pandemie, in der Verantwortung. Sie müssen der Sorgfaltspflicht entlang ihrer Lieferketten nachkommen und direkt auf die Rechte von Kindern einwirken. Das gelingt zum Beispiel, wenn Kinderarbeit strukturell entgegengewirkt wird, Eltern über ein existenzsicherndes Einkommen verfügen und Betreuungsangebote geschaffen werden, die gleichzeitig die Familienfreundlichkeit des Arbeitsplatzes erhöhen.

Die Children’s Rights and Business Principles (CRPB) greifen den Sorgfaltsansatz der VN-Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte auf und übertragen ihn auf Kinderrechte. Sie wurden im Jahr 2012 von den Organisationen UNICEF, UN Global Compact und Save the Children gegründet, damit Unternehmen die negativen Auswirkungen ihres Handelns auf Kinder erkennen, deren Rechte schützen und langfristig zu fördern beginnen.

Mit den CRBP werden die vielfältigen Bereiche aufgezeigt, in denen Unternehmen negativen Einfluss auf das Leben von Kindern haben können und Leitlinien an die Hand gegeben, um die Rechte von Kindern am Arbeitsplatz, am Markt und in der Gesellschaft positiv beeinflussen zu können.

Gemeinsam mit Unternehmen Prozesse zum Schutz von Kinderrechten etablieren

Die CRBPs sind Bestandteil jeder Unternehmenspartnerschaft von Save the Children. Unsere jahrelange Zusammenarbeit mit Unternehmen zeigt, dass die Achtung und Unterstützung der Rechte von Kindern einen positiven Beitrag zur Verwirklichung der Agenda 2030 und der in ihr formulierten Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) leistet, aber auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Unternehmen, die Kinder- und Menschenrechte einhalten und verstärken, genießen einen besseren Ruf, verfügen über ein stabileres Risikomanagement, vermelden eine höhere Produktivität, Rentabilität, Wettbewerbsfähigkeit sowie eine geringere Kostenbelastung.

Um diesen Ansatz voranzutreiben, bietet Save the Children Lieferketten-Beratungsangebote an, mit denen die Prinzipien 1 - 4 der CRBP im Kerngeschäft von Unternehmen Anwendung finden. Gemeinsam mit unserem Tochterunternehmen The Centre for Child Rights and Business stehen wir Unternehmen mit umfangreicher Expertise zur Seite, um deren Sorgfaltsplicht mit Blick auf Kinderrechte nachzukommen und die Anforderungen des 2021 verabschiedeten deutschen Lieferkettengesetzes zu erfüllen. (...) Mehr