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19.07.2021

Klimakrise: Keine sicheren Orte mehr für Kinder

Die verheerenden Überschwemmungen in Deutschland, die schon weit über hundert Menschen getötet und extreme Verwüstungen verursacht haben, müssen ein Weckruf für die Politik sein. Save the Children warnt: Die Klimakrise setzt die Zukunft der Kinder für die nächsten Jahrzehnte aufs Spiel.
Am 26. Mai 2021 traf der Zyklon "Yaas" Regionen in Indien und Bangladesch mit verheerenden Folgen für die Betroffenen. © Save the Children

Zukünftige Generationen werden die Hauptleidtragenden der Klimakrise sein, obwohl sie am wenigsten zur fortschreitenden Erderwärmung beitragen. Mindestens 710 Millionen Kinder leben an den Frontlinien der Klimakrise. Fast 160 Millionen Kinder sind derzeit von schwerer Dürre bedroht.

Die Klimakrise ist eine Kinderrechtskrise

Eines steht daher jetzt schon sicher fest: Die Klimakrise ist eine Kinderrechtskrise. Denn extreme Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen bedrohen die Rechte der Kinder auf Nahrung, Gesundheit, Schutz und Bildung. Wir fordern die Staats- und Regierungschefs auf, Kinder in den Mittelpunkt der Klimadiskussionen zu stellen, vor allem während des COP26-Gipfels in Glasgow später in diesem Jahr. Hier sollte nicht nur die Zukunft der Kinder, sondern auch deren eigene Meinungen in den Mittelpunkt der kritischen Gespräche gestellt werden. 

"Unsere Herzen sind bei den Familien und Freunden aller Opfer in Deutschland und anderen Teilen Europas. Diese Überschwemmungen haben Deutschland völlig überrascht. Wir müssen sie als ein klares Zeichen für die Zukunft sehen. Es gibt keinen sicheren Ort mehr für Kinder und ihre Familien, wenn es um die Klimakrise geht." Martina Dase, Kommunikationsdirektorin von Save the Children Deutschland

Klimakrise zeigt weltweit dramatische Folgen

Mit extremen Überflutungen haben schon seit längerem viele asiatische Länder zu kämpfen – in Bangladesch etwa bedroht der steigende Meeresspiegel und der jährliche Monsunregen mit immer stärker werdenden Starkregenfällen viele Familien und Kinder.

Ein weiteres Problem sind immer häufiger und heftiger auftretende tropische Wirbelstürme. Erst im Mai diesen Jahres verwüstete der Zyklon "Yaas" ganze Regionen in Indien und im angrenzenden Bangladesch. Allein im Osten Indiens wurden vorsorglich etwa zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern in Notunterkünfte gebracht. In den bangladeschischen Gebieten Satkhira und Patukhali waren über 42.000 Familien besonders schwer von den Überflutungen durch den Zyklon betroffen.

Neben katastrophalen Überschwemmungen bedrohen langhaltende Dürren die Existenz von Millionen Menschen weltweit – vor allem in Ländern Afrikas. (...)

Um ganze Generationen von Kindern jetzt und in Zukunft vor den Auswirkungen der Klimakrise zu schützen, müssen Regierungen und Entscheidungsträger*innen umgehend ambitionierte Maßnahmen für den Klimaschutz umsetzen. Dabei müssen Kinder im Zentrum dieser Maßnahmen stehen.

"Stellen Sie sich vor, wo wir in 10, 20 Jahren sein werden. Wir fordern die deutsche Regierung und die Wirtschaftsführer, die Regierungen Europas und der ganzen Welt auf, sofort und konsequent dafür zu sorgen, dass ambitionierte Klimapolitik kinderfreundlich ist. Das sind wir den Kindern schuldig. Ihre Zukunft steht auf dem Spiel." Martina Dase, Kommunikationsdirektorin von Save the Children Deutschland

Autor:
Save the Children
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Ernährungssicherung Frieden und Sicherheit Flucht und Migration Klimawandel und Umweltrisiken Recht auf eine gesunde Umwelt Recht auf Gesundheit Recht auf Schutz Aktuelles Save the Children Deutschland e.V.