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02.09.2020

Humane Flüchtlingspolitik

Kinderrechtsorganisationen zur Flüchtlingspolitik in Europa
Diese Familie floh 2016 vor den heftigen Kämpfen aus ihrer Heimat Afghanistan und schaffte es bis nach Griechenland. Viele EU-Staaten reagierten auf die verstärkten Fluchtbewegungen mit Grenzschließungen und verschärften Maßnahmen. © Anna Pantelia / Save the Children

Fünf Jahre nach dem Tod des Flüchtlingsjungen Alan Kurdi brauchen Deutschland und die EU endlich eine Flüchtlingspolitik, deren Grundlage die Kinder- und Menschrechte sind. Das damals entstandene Foto steht bis heute für die Gefahren und die grausame Lebensrealität für Kinder auf der Flucht. ... (terre des hommes)

 

Kinder sterben vor Europas Haustür und alle sehen weg

02.09.20  | Save the Children

"Die europäischen Staats- und Regierungschefs waren [nach dem Tod von Alan Kurdi] die ersten, die 'Nie wieder' postulierten. Danach haben sie die Routen für Migranten und Flüchtlinge nach Europa noch beschwerlicher und gefährlicher gemacht. Es ist inakzeptabel, wie Europa Kinder in ihrer größten Not behandelt." Anita Bay Bundegaard, Direktorin von Save the Children Europe
Rund 210.000 unbegleitete Minderjährige beantragten in den vergangenen fünf Jahren Asyl in der EU. Die tatsächliche Zahl unbegleiteter Minderjähriger, die sich in der EU aufhalten, dürfte deutlich höher sein. Gleichzeitig ist die Chance auf ein Bleiberecht in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen leben in ständiger Angst, inhaftiert oder abgeschoben zu werden. Viele von ihnen führen ein Schattendasein und sind von Polizeigewalt, Ausbeutung und Missbrauch bedroht. (...)

Save the Children fordert die Europäische Union auf, bei ihren Reformen der Asyl- und Migrationspolitik die Kinderrechte ins Zentrum zu rücken. Es muss dafür gesorgt werden, dass Kinder bei ihrer Ankunft in Europa sicher sind und dass sie unverzüglich Zugang zu Asyl und Schutz erhalten, anstatt zurückgedrängt zu werden. Die Inhaftierung von Minderjährigen muss beendet werden. Unbegleitete Minderjährige müssen binnen 24 Stunden Zugang zu einer Betreuungsperson bekommen. Damit weniger Menschen auf der Flucht ums Leben kommen, sollte es mehr und bessere legale Wege der Einwanderung nach Europa geben. Dazu zählt auch eine vereinfachte Familienzusammenführung. mehr

 

 

Wir brauchen eine humane Flüchtlingspolitik!

01.09.20  | terre des hommes

»Das schreckliche Schicksal von Alan Kurdi mahnt uns, dass Deutschland und die EU endlich eine Flüchtlingspolitik brauchen, deren Grundlage die Kinder- und Menschrechte sind«, forderte Birte Kötter, Vorstandssprecherin von terre des hommes. Die Zahl der Geflüchteten weltweit steigt von Jahr zu Jahr weiter an. Ende 2019 waren 79,5 Millionen Menschen auf der Flucht, die Hälfte von ihnen waren Kinder. In Deutschland hingegen sind die Zahlen der neueinreisenden Geflüchteten nach dem Höhepunkt der Jahre 2015/16 deutlich zurückgegangen. Dieser Widerspruch ist Ausdruck der Abschottung und Zurückweisung der europäischen Politik auf dem Rücken flüchtender Menschen. »Die Ursachen für Flucht werden nicht durch Grenzzäune beseitigt. Bekämpfung von Fluchtursachen und Unterstützung der Zivilgesellschaft in den Herkunftsländern der Geflüchteten, faire Handelsbeziehungen, legale Zugangswege nach Europa – das ist es, was wir brauchen«, so Birte Kötter. (...)

»Fünf Jahre nach dem Sommer der Flucht fordern wir eine deutsche und europäische Flüchtlingspolitik, die flüchtende Menschen schützt, Fluchtursachen bekämpft und legale Fluchtwege schafft«, so Birte Kötter. Die anstehende Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) bietet eine Gelegenheit, diese Forderungen aufzunehmen. Die ersten Entwürfe des GEAS lassen allerdings befürchten, dass Abschottung weiterhin Vorrang vor Menschenrechten haben wird. mehr

Autor:
Save the Children, terre des hommes
Kategorie:
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