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06.11.2019

Guatemala: Stimmen für Menschenrechte und gegen Gewalt

20 Jahre Ziviler Friedensdienst (ZFD): In Guatemala unterstützt der ZFD indigene Frauen darin, sich gegen sexualisierte Gewalt zu schützen.
© GIZ

Der Prozess um sexualisierte Gewalt gegen indigene Frauen während des Bürgerkriegs in Guatemala dauerte 20 Verhandlungstage. Dann sprach das Gericht am 26. Februar 2016 ein historisches Urteil: Es verurteilte zwei ehemalige hochrangige Militärs zu hohen Freiheitsstrafen. 

Öffentlich über Folter und Vergewaltigungen zu sprechen, ist eine immense Herausforderung für die Opfer. Die guatemaltekische Frauenorganisation ECAP (Equipo de Estudios Comunitarios y Acción Psicosocial – Verein für Gemeindeforschung und psychosoziale Aktion) unterstützt die Frauen darin, sich juristisch beraten zu lassen und leistet psychosoziale Hilfe, wenn sie vor Gericht Aussage machen. Dieser mutige Schritt der Frauen hat in dem beispielhaften Prozess zur Verurteilung der Täter geführt. 

ECAP ist eine Partnerorganisation des Zivilen Friedensdienst (ZFD) der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Guatemala. Der ZFD unterstützt im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums die Bemühungen im Land um die Anerkennung und Aufarbeitung von schweren Menschenrechtsverletzungen während des 36-jährigen Bürgerkriegs. Verantwortliche zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen ist ein wichtiger Aspekt der Vergangenheitsbewältigung. Darüberhinaus baute ECAP mit Hilfe des ZFD Selbsthilfegruppen für Frauen auf. Unter psychologischer Anleitung können die Frauen sich austauschen und so das Erlebte verarbeiten. Inzwischen engagieren sich rund 100 indigene Frauen, Überlebende sexualisierter Gewalt, im ganzen Land. Sie teilen ihre Erfahrung mit anderen betroffenen Frauen und ermutigen diese, sich für ihre Rechte stark zu machen. Sie erschaffen so ein wachsendes Unterstützungsnetzwerk und tragen ihre Anliegen in die Öffentlichkeit. In diesem Netzwerk engagieren sich inzwischen mehr als 40 Männer.

Solche Erfolge geben den Frauen im Land Hoffnung. Denn auch 13 Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs ist sexualisierte Gewalt in Guatemala eine der größten Gefahren für Frauen. Das Projekt schlägt deshalb eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft: Neben der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen geht es auch um die Prävention aktueller Gewalt gegen Frauen. 

Seit 20 Jahren sind die Fachkräfte des ZFD im Einsatz, um in Krisen- und Konfliktregionen Frieden zu fördern und Gewalt vorzubeugen. Das Konsortium besteht aus insgesamt neun deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen – die GIZ ist von Beginn an dabei. Aktuell unterstützen mehr als 300 ZFD-Fachkräfte weltweit Partnerorganisationen in ihrem Einsatz für Menschenrechte und Frieden, darunter über 100 der GIZ.

Autor:
GIZ
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