Aktuelles


06.02.2018

#EndFGM

Internationaler Tag „Nulltoleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“
Frauen und Männer in Mauretanien diskutieren miteinander über FGM | © GIZ

Heute ist der Internationale Tag „Nulltoleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“! Seit 2003 wird am 6. Februar jedes Jahr auf diese schwere Form von Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht.

Mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen leben gegenwärtig mit weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation = FGM). Mehr als 30 Millionen Mädchen sind in der nächsten Dekade gefährdet, der Praktik unterworfen zu werden. Die weibliche Genitalverstümmelung wird in 28 Ländern Afrikas, aber auch im Süden der arabischen Halbinsel und in einigen Ländern Asiens praktiziert. Die gesundheitlichen Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung sind weitreichend. Internationale Vereinbarungen und Konventionen benennen FGM eindeutig als gravierende Menschenrechtsverletzung.

Karte: Verbreitung von FGM in afrikanischen Ländern und in Indonesien
(Frauen und Mädchen zwischen 15-49 Jahren, in %) Copyright: UNICEF (2015)

In der Regel wird der Eingriff bei Mädchen im Alter zwischen 0 und 15 Jahren vorgenommen. In Afrika ist Genitalverstümmelung am weitesten verbreitet. Guinea und Somalia haben die weltweit höchsten Prävalenzen. 97 bzw. 98 % der Frauen sind beschnitten. FGM ist in Gemeinschaften kulturell tief verankert und basiert auf sozialen Normen und Wertvorstellungen, die eine gesellschaftlich akzeptierte minderwertige Rolle der Frau aufrechterhalten.

Im Februar 2015 verabschiedete das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Positionspapier "Weibliche Genitalverstümmelung – der Beitrag der deutschen Entwicklungspolitik zur Überwindung dieser Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen". Auch in dem zweiten Entwicklungspolitischen Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016-2020 (GAP II) wurde die Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung als strategisches Ziel aufgenommen, ebenso die Beseitigung anderer schädlicher traditioneller Praktiken wie zum Beispiel die Kinder-, Früh- und Zwangsverheiratung.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt zur Überwindung von FGM unter anderem auf dialogische Ansätze, die es den Mitgliedern einer Gemeinschaft erlauben, in einem geschützten Rahmen über bislang tabuisierte Themen wie Sexualität oder die weibliche Genitalverstümmelung zu sprechen. Dieser Dialog über sensible Themen schafft die Grundvoraussetzung für eine Einstellungs- und Verhaltensänderung in den betroffenen Gemeinschaften.

Weiterführende Links

#EndFGM

http://www.un.org/en/events/femalegenitalmutilationday/

http://www.gender-in-german-development.net/female-genital-mutilation3.html

BMZ Positionspapier (2015)
https://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/reihen/strategiepapiere/Strategiepapier351_02_2015.pdf

Autor:
GIZ
Kategorie:
Förderung von Mädchen und jungen Frauen Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) Gesundheit Recht auf Gesundheit Recht auf Schutz Recht auf Information Aktuelles BMZ