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15.08.2022

Ein Jahr Taliban-Herrrschaft in Afghanistan

Eine Übersicht über die Stellungnahmen der Menschenrechts- und Kinderhilfsorganisationen
Zwei Mädchen in der sechsten Klasse der Halima Khazzan Mädchenschule in der Provinz Paktika, Afghanistan. © UNICEF/UN0683670/Hubbard

Schon vor der Machtübernahme der Taliban am 15. August letzten Jahres gingen in Afghanistan über 4,2 Millionen Kinder nicht zur Schule, 60 Prozent davon waren Mädchen. Die potenziellen Einkommensverluste durch fehlende Schulbildung sind sowohl für Jungen als auch für Mädchen gravierend. Für Mädchen sind sie jedoch besonders hoch. Hinzu kommt eine wachsende Hungersnot, von der immer größere Teile der Bevölkerung betroffen sind und die Kinder in ihrer Entwicklung besonders hart trifft. Zudem haben die Taliban die Menschenrechte in Afghanistan massiv eingeschränkt, vor allem für Frauen und Mädchen. Die meisten Menschenrechts- und Kinderhilfsorganisationen haben daher zum Jahrestag Stellung bezogen. Hier eine Übersicht:

 

Deutsches Institut für Menschenrechte (DIMR)
Afghanistan: Menschenrechtsverteidiger*innen in Lebensgefahr

15. August 2022
Seit ihrer Machtergreifung im August 2021 haben die Taliban die Menschenrechte in Afghanistan massiv eingeschränkt, vor allem für Frauen und Mädchen. Sayed Abdul Qader Rahimi, ehemals Stellvertretender Direktor der Unabhängigen Menschenrechtskommission Afghanistans, im Gespräch mit Institutsdirektorin Beate Rudolf über mutige Frauen, internationale Unterstützung und die Frage, weshalb die Demokratisierung in Afghanistan fehlgeschlagen ist. (...)  Mehr

 

Kindernothilfe
Ein Jahr nach der Machtübernahme in Afghanistan: „Kinderrechte werden mit Füßen getreten“

15. August 2022
Ein Jahr nach der erneuten Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist die Situation von Mädchen und Frauen verheerend. Hunger, Armut und das Verbot für Mädchen, weiterführende Schulen zu besuchen, beeinträchtigen in Afghanistan eine komplette Generation. „Es ist schockierend, wie Kinderrechte mit Füßen getreten werden“, sagt Carsten Montag, Vorstand der Kindernothilfe. „Für afghanische Mädchen und Frauen geht es um nichts weiter als das blanke Überleben.“ (...)  Mehr

 

UNICEF
Afghanistan: Verheerende Folgen, weil Mädchen weiterführende Bildung verwehrt wird

14. August 2022
Laut einer neuen Analyse von UNICEF kostet es Afghanistan 2,5 Prozent seines jährlichen Bruttoinlandsprodukts, wenn Mädchen keine weiterführende Schule besuchen. In den vergangenen zwölf Monaten verlor die afghanische Wirtschaft hierdurch mindestens 500 Millionen US-Dollar. Wenn die derzeit drei Millionen Mädchen im entsprechenden Alter ihre Sekundarschulbildung abschließen und am Arbeitsmarkt teilnehmen könnten, würden Mädchen und Frauen mindestens 5,4 Milliarden US-Dollar zur afghanischen Wirtschaft beitragen. (...)  Mehr

 

terre des hommes
»Für die Kinder in Afghanistan geht es um ihr Überleben«

12. August 2022
Am 15. August 2021 übernahmen die Taliban nach 20 Jahren erneut die Macht in Afghanistan. Ein Jahr danach ist das Land in einer schweren wirtschaftlichen und humanitären Krise: »Es herrscht eine massive Hungersnot. Für die Kinder in Afghanistan geht es um ihr Überleben«, so Beat Wehrle, Vorstandssprecher von terre des hommes. (...) »Die Rechte von Frauen auf Bildung, Arbeit und Bewegungsfreiheit sind stark eingeschränkt und in vielen Fällen sogar ganz aufgehoben«, so Wehrle weiter. »Eine ganze Generation von Mädchen wird ihre Schulausbildung nicht abschließen können. Nach wie vor gehen Frauen und Mädchen, aber auch Journalist*innen und Menschenrechtsaktivist*innen auf die Straße, um dagegen zu protestieren. Sie alle riskieren willkürliche Verhaftungen.« (...)  Mehr

 

Save the Children
Hunger, Armut, Taliban: Die schwierige Lage der Kinder in Afghanistan

10. August 2022
Ein Jahr ist es her, seit die Taliban in Afghanistan die Macht übernommen haben. Seitdem hat sich die Situation vor allem für die Kinder im Land dramatisch verschlechtert. Sie haben Hunger, leiden unter seelischer Not und können oft nicht zur Schule gehen. Parishad* ist 15 Jahre alt und lebt im Norden Afghanistans. Sie kann nicht zur Schule gehen, weil das Geld für Bücher und Hefte fehlt. Als die Familie auch ihre Miete nicht mehr zahlen konnte, bot der Vermieter an, eines der Kinder zu kaufen. Die Eltern lehnten ab – und verloren die Wohnung. (...)  Mehr