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03.01.2022

Die 7 größten Herausforderungen für Kinder im Jahr 2022

Die Pandemie, Hunger, die Klimakrise, bewaffnete Konflikte und Flucht stellen Kinder 2022 vor große Herausforderungen. Ihre Rechte auf Gesundheit, Nahrung, Bildung und Sicherheit müssen im neuen Jahr gestärkt werden – egal, wo sie leben.
Ein Junge, zwölf Jahre alt, aus dem Jemen wurde verletzt, als ein Geschoss sein Haus traf. © Abdo Al Dhawi/ Save the Children

Herausforderung 1: Den Hunger zu überleben, der ein Ausmaß erreicht hat, das es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat 

Im Jahr 2021 trieben Covid-19, Konflikte und die Klimakrise Millionen von Kindern in die Unterernährung. Im Jahr 2022 werden schätzungsweise zwei Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Hunger sterben. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass kein Kind auf der Welt hungern muss.  

Herausforderung 2: Den Schulbesuch nach zwei Jahren Unterbrechung wieder aufzunehmen   

Aufgrund der Covid-19-Pandemie konnten viele Kinder weltweit seit März 2020 nicht mehr zur Schule gehen. Save the Children unterstützt sie, um sicherzustellen, dass sie nicht zu weit zurückfallen, solange die Schulen geschlossen sind. Mädchen sind besonders gefährdet, die Schule abzubrechen, oftmals um zu heiraten. Jedes Kind sollte sein Recht auf Bildung wahrnehmen können. Dafür setzen wir uns auch 2022 ein. 

Herausforderung 3: Die Staats- und Regierungschefs beim Klimaschutz zu entschlossenem Handeln zu bewegen 

Kinder werden am meisten unter der Untätigkeit der Erwachsenen angesichts der sich anbahnenden Klimakatastrophe leiden. Alle Augen – vor allem aber die der jungen Generation und der Kinder in den am meisten vom Klimawandel betroffenen Regionen der Welt – werden sich im neuen Jahr auf die COP27-Klimakonferenz richten: Werden konkrete Maßnahmen zur Sicherung der Zukunft aller Kinder umgesetzt werden? Es ist Zeit zu handeln, um ihre Rechte angesichts der Klimakrise zu schützen.

Herausforderung 4: Inmitten von Konflikten zu leben und zu überleben

Fast 200 Millionen Kinder leben heute in den tödlichsten Kriegsgebieten der Welt, die höchste Zahl seit über einem Jahrzehnt. Das ist ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Viele dieser Kinder haben bereits mit dem Klimawandel und lebensbedrohlichen Hungerkrisen zu kämpfen. Auch wenn sie die Schule besuchen, müssen sie oft Angst haben, zum Angriffsziel zu werden. Wir fordern deswegen: Schulen müssen Schutzräume inmitten von Kriegs­chaos sein. 

Herausforderung 5: Grundrechte auch dort zu sichern, wo sie im Namen der Terrorismusbekämpfung beschnitten werden   

Der Aufstieg nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen und deren Rekrutierung und Einsatz von Kindern hat vielfach zur Verletzung der Rechte der betroffenen Kinder geführt. Oft werden sie auf unbestimmte Zeit festgehalten, ihrer Staatsbürgerschaft beraubt oder diskriminiert. Im Jahr 2022 wird Save the Children die Arbeit zur Demobilisierung, Freilassung, Rückführung und Wiedereingliederung dieser Kinder fortsetzen, um ihnen das zurückzugeben, was ihnen von ihrer Kindheit noch bleibt.

Herausforderung 6: Vertreibung zu bewältigen und Zufluchtsorte zu finden   

Heutzutage sind mehr Kinder gewaltsam vertrieben worden als jemals zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 2005 und 2020 hat sich die Anzahl der Kinderflüchtlinge von vier Millionen auf rund zehn Millionen mehr als verdoppelt. Auch 2022 werden sich viele verzweifelte Familien auf die Flucht begeben, um die Zukunft ihrer Kinder zu retten. Wir müssen diesen Kindern mit Brücken anstatt Mauern begegnen. 

Herausforderung 7: Den Anstieg der Kindersterblichkeit aufgrund von Covid-19 zu verhindern

Die Kindersterblichkeit ist in den vergangenen 30 Jahren signifikant zurückgegangen – seit 1990 um fast 60 Prozent. Doch die Covid-19-Pandemie hat dazu geführt, dass Krankheiten, die zuvor im Rückgang waren, wiederaufleben. Malaria-Todesfälle, die seit langem rückläufig waren, haben seit Beginn der Pandemie in 32 Ländern wieder zugenommen. Es besteht die reale Gefahr, dass die Kindersterblichkeit 2022 zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder ansteigen wird. Dem setzen wir uns auch im neuen Jahr entgegen.