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27.08.2020

Covid-19: Jedes dritte Schulkind hatte keinen Zugang zu Fernunterricht

Ein Drittel der Schulkinder weltweit – 463 Millionen – hatte laut UNICEF während der COVID-19-bedingten Schulschließungen in den vergangenen Monaten keinen Zugang zu Fernunterricht.
Fernunterricht per Radio während der Covid-19-bedingten Schulschließungen in Ruanda © UNICEF/UNI319836/Kanobana

Dies zeigt ein aktueller Report des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen.

„Schätzungsweise 463 Millionen Schulkinder, deren Schulen wegen Covid-19 geschlossen waren, hatten keine Möglichkeiten, an alternativen Lernprogrammen teilzunehmen“, sagte UNICEF Exekutivdirektorin Henrietta Fore. „Die schiere Zahl der Kinder, die monatelang keine Lernmöglichkeiten hatten, weist auf eine globale Bildungskrise hin. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen werden noch jahrzehntelang zu spüren sein.“

Auf dem Höhepunkt der nationalen und lokalen Lockdowns während der Covid-19-Pandemie konnten 1,5 Milliarden Schulkinder nicht zur Schule gehen. Der Bericht „The Remote Learning Reachability” zeigt die Herausforderungen für den Fernunterricht auf und legt tiefe Ungleichheiten beim Zugang zu alternativen Lernmöglichkeiten offen.

Der Bericht basiert auf einer weltweit repräsentativen Analyse, die untersucht hat, inwieweit technologische Voraussetzungen und Anwendungen, die für das Lernen zuhause im Vorschul- und Grundschulalter sowie in der Sekundarstufe I und II benötigt werden, zur Verfügung standen. Die Daten aus 100 Ländern umfassen den Zugang zu Fernsehen, Radio und Internet ebenso wie die Verfügbarkeit von Lehrplänen für diese Plattformen während der Schulschließungen.

Obwohl die im Bericht aufgeführten Zahlen bereits ein alarmierendes Bild zeichnen, könnte die Situation laut UNICEF in der Realität noch schlimmer sein. Denn selbst wenn die Kinder zuhause über Technologie und Anwendungen verfügen, können sie möglicherweise aus anderen Gründen nicht aus der Ferne lernen. Dazu gehört der Druck, Hausarbeiten erledigen zu müssen oder zur Arbeit gezwungen zu werden, ein schlechtes Lernumfeld sowie mangelnde Unterstützung bei der Nutzung der Online- oder Hörfunk-Lehrpläne.

Dem Bericht zufolge gibt es erhebliche Ungleichheiten zwischen den Regionen. Schulkinder in Subsahara-Afrika sind am stärksten betroffen; die Hälfte von ihnen kann nicht mit Fernunterricht erreicht werden. (...)

Tabelle mit der Aufschlüsselung nach Regionen
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Autor:
UNICEF
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Bildung Digitalisierung Recht auf Bildung Recht auf Förderung Recht auf Information Aktuelles Deutsches Komitee für UNICEF e.V.