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15.06.2020

Corona-Folgen in Afghanistan: 8 Millionen Kinder werden humanitäre Hilfe benötigen

Durch die Folgen der Corona-Pandemie könnten bis zum Jahresende 40 Prozent der Kinder in Afghanistan auf humanitäre Hilfe angewiesen sein.
Das Leben von Arezo* wird durch den seit über 18 Jahren andauernden Krieg in Afghanistan bestimmt. Die Corona-Pandemie verschlimmert auch in ihrer Heimat die ohnehin schon schwierige Situation und könnte dazu führen, dass Ende des Jahres über 8 Millionen Kinder humanitäre Hilfe benötigen werden. © Stefanie Glinski / Save the Children

Durch die Corona-Krise wurden in Afghanistan öffentlichen Dienste, der Zugang zu medizinischer Versorgung und die Wirtschaft stark getroffen. Eine rasche Inflation und große Preisanstiege bei Grundnahrungsmitteln machen den Familien zu schaffen. Nach jüngsten Schätzungen der UNO benötigen insgesamt 14 Millionen Menschen in Afghanistan – fast 40 Prozent der Bevölkerung – jetzt Hilfe, um dieses Jahr zu überleben. Vor der COVID-19 Pandemie war noch von 9,4 Millionen Menschen ausgegangen worden.

"Die internationale Gemeinschaft ist in der Pflicht, sich jetzt solidarisch zu zeigen mit einem Land, das unter den Folgen jahrzehntelanger Konflikte, des Klimawandels und nun einer globalen Gesundheitskrise leidet. Die jahrelange internationale Hilfe hatte gerade begonnen, Früchte zu tragen. Eine Rekordzahl von Kindern ging zur Schule, es gab Fortschritte in Bereichen wie Kinderarbeit, Armut, Hunger und Kinderehen. Die COVID19-Pandemie könnte diese hart erkämpften Erfolge innerhalb weniger Wochen wieder zunichtemachen, wenn die humanitäre Hilfe nicht schnell und drastisch ausgeweitet wird." Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland

Für Millionen von Familien ist der Alltag inmitten der Pandemie ein Kampf ums Überleben. Große Teile der Bevölkerung leben von Gelegenheitsjobs oder haben Arbeitsplätze, die von Kontaktbeschränkungen beeinträchtigt sind, etwa die Arbeit auf Märkten, in Geschäften oder als Straßenhändler.

Situation bereits vor Corona schwierig

Schon vor COVID-19 mussten 93 Prozent der afghanischen Haushalte mit weniger als zwei Dollar pro Tag auskommen. Kaum jemand hat Rücklagen, um die wirtschaftlichen Einbußen aufzufangen. Derweil steigen die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mehl, Hülsenfrüchte, Reis, Speiseöl und Zucker weiter an, so dass es für die Familien immer schwieriger wird, sich selbst zu ernähren.

Lieferungen müssen weiterhin möglich sein

Save the Children fordert, dass trotz der Pandemie die Grenzen für Waren und Menschen sowie die Lieferwege innerhalb des Landes geöffnet bleiben. Dies würde dazu beitragen, die Inflation unter Kontrolle zu halten und den Hilfsorganisationen die Möglichkeit geben, Lebensmittel und Medikamente zu den Bedürftigen zu bringen.

Autor:
Safe the Children
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Ernährungssicherung Förderung von Mädchen und jungen Frauen Gesundheit Recht auf Förderung Recht auf Gesundheit Recht auf Schutz Aktuelles Save the Children Deutschland e.V.