Aktuelles


17.08.2021

Afghanische Menschrechtsaktivistinnen und -aktivisten nicht im Stich lassen!

Menschenrechtsorganisationen und Kinderhilfswerke appellieren an die Bundesregierung.
Mädchen mit Kopftüchern sitzen in einem Klassenraum. Eine Lehrerin unterrichtet sie.
Mädchenschule in Afghanistan | Foto: terre des hommes

terre des hommes: Afghanische Menschrechtsaktivist*innen nicht im Stich lassen!

Osnabrück, 17. August 2021 – Das internationale Kinderhilfswerk terre des hommes appelliert an die Bundesregierung, die zahlreichen afghanischen Mitarbeiter*innen von Nichtregierungsorganisationen nicht im Stich zu lassen. »Wir sind in großer Sorge um unsere afghanischen Partnerorganisationen, die sich seit vielen Jahren für die Rechte von Frauen und Mädchen eingesetzt haben und jetzt um ihr Leben fürchten«, erklärte Beat Wehrle, Vorstand Programme von terre des hommes. »Afghanische Menschenrechtsaktivist*innen, die sich unter schwierigsten Bedingungen seit Jahren für friedliches Zusammenleben, Bildung und Entwicklung eingesetzt haben, dürfen nicht ihrem Schicksal überlassen werden.«

Um ihnen Fluchtwege zu ermöglichen, müssen Evakuierungsflüge gesichert und die deutschen Auslandsvertretungen in den Nachbarstaaten personell gestärkt werden, so Wehrle. »Nachdem sich das Bundesinnenministerium lange gegen die Aufnahme afghanischer Helfer*innen gesträubt hat, ist es nun umso dringlicher, auf bürokratische Hürden bei der Vergabe von Visa zu verzichten. Die Bundesregierung sollte es ermöglichen, dass Anträge für ein Aufnahmeprogramm und den Familiennachzug bei sämtlichen Auslandsvertretungen gestellt werden können. So hätten auch diejenigen, die aus Afghanistan geflüchtet sind, eine Chance, nach Deutschland zu kommen.«
https://www.tdh.de/public-relations/pressemitteilungen/detaildarstellung/afghanische-menschrechtsaktivistinnen-nicht-im-stich-lassen/

Deutsches Institut für Menschenrechte: Menschenrechtsverteidiger_innen aus Afghanistan retten – Aufnahme in Deutschland ermöglichen

Berlin. Anlässlich der Ereignisse in Afghanistan erklärt Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte:

„Die Machtübernahme der Taliban erfüllt uns mit Entsetzen. Gerade auch Menschen, die sich für die Menschenrechte in Afghanistan eingesetzt haben, müssen um ihr Leben fürchten, Frauen ganz besonders. Diese Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidiger haben jahrelang unter höchstem persönlichem Risiko in zivilgesellschaftlichen Organisationen und in der Unabhängigen Menschenrechtskommission Afghanistans die Menschenrechte, die universelle Werte der Weltgemeinschaft, verteidigt. Jetzt brauchen sie dringend den Schutz der internationalen Gemeinschaft.

Wir haben uns deshalb mit der dringenden Bitte an die Bundesregierung gewandt, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um einer Anzahl von besonders gefährdeten afghanischen Menschenrechtsverteidigerinnen und -verteidigern die Aufnahme in Deutschland zu ermöglichen und sie damit vor dem sicheren Tod zu retten. Die Glaubwürdigkeit des Einsatzes der westlichen Welt für Menschenrechte steht auf dem Spiel.“
https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuelles/detail/menschenrechtsverteidiger-aus-afghanistan-retten-aufnahme-in-deutschland-ermoeglichen

Autor:
terre des hommes | Deutsches Institut für Menschenrechte
Kategorie:
Frieden und Sicherheit Aktuelles Deutsches Institut für Menschenrechte terre des hommes Deutschland e.V.