Termine


09.04.2015

Nur jedes dritte Land erreicht Bildungsziele

Globales Aktionsprogramm "Bildung für alle" endet nach 15 Jahren – UNESCO zieht kritische Bilanz

Nur ein Drittel der Weltgemeinschaft hat die sechs Bildungsziele erreicht, zu denen sie sich im Jahr 2000 selbst verpflichtet hat. Lediglich in der Hälfte der Länder erhalten alle Kinder eine Grundschulbildung. Positiv wird vermerkt, dass heute etwa 50 Millionen mehr Kinder in die Schule gehen als noch 1999. Das geht aus dem aktuellen UNESCO-Weltbildungsbericht hervor, der am 9. April in Paris, Neu Delhi und New York vorgestellt wird. Er zieht die Bilanz des weltweiten UN-Aktionsprogramms "Bildung für alle", in dem vor 15 Jahren verbindliche Ziele für das Jahr 2015 festgeschrieben wurden: Ausbau der frühkindlichen Bildung, Grundschulbildung für alle Kinder, Absicherung der Lernbedürfnisse Jugendlicher, die Reduzierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen um die Hälfte, die Überwindung von Geschlechterdisparitäten und die Verbesserung der Bildungsqualität.

Laut UNESCO muss die internationale Gemeinschaft zusätzlich 22 Milliarden US-Dollar pro Jahr aufbringen, um frühkindliche Bildung und Grundbildung für alle Menschen weltweit sicherzustellen.

"Die Welt hat große Fortschritte hin zu 'Bildung für alle' gemacht", sagt die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova. "Millionen mehr Kinder besuchen eine Schule als es nach Trends der 1990er Jahre der Fall wäre. Doch sind wir weit davon entfernt, unsere Ziele erfüllt zu haben. Die Weltgemeinschaft braucht spezifische, mit ausreichenden finanziellen Mitteln vorangebrachte Strategien, welche den Schwerpunkt auf die Ärmsten – insbesondere Mädchen – legen, die Bildungsqualität verbessern und die Analphabetenrate reduzieren."

In 52 Prozent der Länder werde das Ziel der universellen Grundschulbildung erreicht, so der Bericht. Dies bedeute, dass immer noch 100 Millionen Kinder weltweit die Grundschule nicht abschließen. Da man sich zu wenig um Kinder in schwierigen Lebensumständen kümmere, sei die Wahrscheinlichkeit, die Grundschule abzuschließen, unter den Ärmsten global fünfmal geringer als unter den Reichsten. Ein Drittel aller Kinder, die weltweit nicht zur Schule gehen, lebt in konfliktreichen Regionen.

Mehr

 

----------------------------------

 

Schreiende Ungleichheit beim Bildungszugang muss ein Ende haben
Kommentar zum Bildungsbericht der Kindernothilfe