Arbeitsplatzoffensive für Afrika

Tilman Altenburg | DIE | 2017

Arbeitsplatzoffensive für Afrika

Der vorliegende Bericht ist eine Stellungnahme des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik zu einer Anfrage des Bundesministers für wirtschaftliche Zus ammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, wie die in Afrika jährlich benötigten 20 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden könnten und was Deutschland dazu beitragen könne.

Die Zahl 20 Millionen stammt aus dem Joint AfDB, IMF and WBG Report „The G-20 Compact with Africa“ , welcher für das G20-Treffen der Finanzminister und Notenbank-gouverneure am 17.- 18. März 2017 verfasst wurde. Es heißt dort mit Bezug auf den Regional Economic Outlook Sub-Saharan Africa des IWF vom April 2015: “Some 20 million jobs need to be created in Africa every year until 2035 just to absorb new entrants into the labor force”. Der IWF selbst spricht von jährlich 18 Millionen Arbeitsplätzen, die geschaffen werden müssten.

In Afrika fehlen produktive Arbeitsplätze. Das Hauptproblem ist dabei nicht Arbeitslosigkeit, sondern es sind Unterbeschäftigung, mangelnde Produktivität und prekäre Arbeitsbedingungen. In Ländern, in denen es keine nennenswerte Sozialhilfe gibt, könne n es sich nur wenige Menschen leisten, wirklich arbeitslos sein. 84% der Erwerbsbevölkerung Subsaha ra-Afrikas ist informell und unregelmäßig beschäftigt, die meisten sind selbstbeschäftigt. Was fehlt sind produktive und stabile Jobs.

Ehemals arme Länder in anderen Regionen, insbesonde re in Asien, haben einen Strukturwandel durchlaufen, in dem Arbeitskräfte aus der Subsistenzland wirtschaft und dem Kleinsthandel in arbeitsteilig organisierte und diversifizierte Tätigkeiten in Industrie und produktionsorientierten Dienstleistungen wechselten, so dass Produktivität und Einkommen auf breiter Basis stiegen. Ein solcher produktivitätssteigernder Strukturwandel findet in Afrika nicht oder allenfalls äußerst langsam statt.

Benötigt werden daher Strategien für eine massive B eschleunigung des derzeit stockenden Strukturwandels.

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