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Zwangsmaßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe

| Deutsches Institut für Menschenrechte | 2021
Zwangsmaßnahmen in der Kinder- und Jugendhilfe

In Deutschland leben etwa 250 000 Kinder und Jugendliche außerhalb ihrer Herkunftsfamilien in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder in Pflegefamilien. Die sogenannte Fremdunterbringung hat sich in den letzten Jahren stark differenziert und ausgeweitet. Im Bereich der stationären Einrichtungen haben freiheitsentziehenden Maßnahmen zugenommen. Die Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) möchte die kontroverse fachliche und politische Debatte um freiheitsentziehende Maßnahmen aufgreifen und um eine kinderrechtliche Perspektive ergänzen. Die UN-KRK legt fest, dass keinem Kind die Freiheit rechtswidrig oder willkürlich entzogen werden darf. Freiheitsentziehende Maßnahmen dürfen nur im Einklang mit dem Gesetz, als letztes Mittel und nur für die kürzeste angemessene Zeit vorgenommen werden. Bei der Staatenberichtsprüfung Deutschlands 2014 hat der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes betont, dass freiheitsentziehende Maßnahmen bei Kindern nur als letztes Mittel, für einen möglichst kurzen Zeitraum und unter regelmäßiger Überprüfung zulässig sind.


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