"Unsere Verantwortung zu handeln"

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Der J7-Jugendgipfel und die globalen Nachhaltigkeitsziele
 

Einen verbesserten Klimaschutz, Gesundheitsversorgung für alle, eine faire Wirtschaftsentwicklung, die Stärkung der Rechte von Frauen und Mädchen in Gesellschaft und Wirtschaft sowie mehr Beteiligungsmöglichkeiten von Jugendlichen fordern 54 junge Delegierte aus 19 Ländern. Sie kamen vom 6.-14. Mai zum J7-Jugendgipfel in Berlin und haben Bundeskanzlerin Merkel unter dem Motto „Responsibility to Act“ ihre Ideen für eine bessere Zukunft vorgestellt.

Und das sind ihre Forderungen zu den Themenbereichen, die auch bei dem G7-Treffen auf der Tagesordnung standen:

Im Bereich: "Protecting our planet":

  • Schutz der Ozeane vor Müllverklappung und Überfischung, Schutz der maritimen biologischen Vielfalt vor zunehmendem Frachtverkehr und Tiefseebergbau
  • Müllvermeidung und mehr Recycling durch verändertes Konsumentenverhalten und neue Produktstandards, Verringerung von Produktion und Konsum
  • Reduzierung der Folgen des Klimawandels durch die Verringerung der Verbrennung fossiler Energieträger, systematischen Ausbau erneuerbarer Energien, Aufforstung, Nachhaltige Landwirtschaft sowie Einbeziehung von jugendlichen „Klimabotschaftern“ in politische Entscheidungsprozesse

Im Bereich „Building a Healthy Future for All“:

  • Lösungen für Antibiotikaresistenzen und Antibiotikaüberverbrauch durch verbesserte Gesundheitssysteme, verbesserte Medizinerausbildung, Informationskampagnen, verstärkte Forschung in alternative Medikamente und Impfstoffe und universelle Gesundheitsversicherungssysteme
  • Lösungen zur Bekämpfung von Pandemien durch Einrichtung eines Nothilfefonds, verbesserte Öffentlichkeitsarbeit auf lokaler Ebene über Körperhygiene und Krankheitsprävention, nationales Monitoring von Krankheitsausbrüchen sowie Bekämpfung der Stigmatisierung von Erkrankten
  • Bekämpfung armutsbedingter Krankheiten und vermeidbarer Tropenkrankheiten durch Aufklärungskampagnen und Grundbildung für alle, verstärkte Forschung in die Entwicklung geeigneter Medikamente sowie der Schaffung einer hierfür verantwortlichen Organisation

Im Bereich "Empowerment of Women and Girls":

  • Einführung von “EdRespect” (Educate Respect), einem verpflichtenden Trainingskurs, der vom Kindergarten bis zur weiterführenden Schule dazu dient, klassische Rollenbilder zu hinterfragen, Bewusstsein für sexuelle Diskriminierung zu schaffen und die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen
  • Unterstützung von Unternehmerinnen und Existenzgründungen von Frauen durch entsprechende Regierungsprogramme (Government Ordained Programs for Women Entrepreneurs: GOPWE)
  • Förderung von „Frauen helfen Frauen“ durch öffentlich geförderte Informationsportale, um Netzwerkbildung zu unterstützen bspw. um Geschäftsideen und Karriereoptionen auszutauschen

Im Bereich "Fair Economy":

  • Erhöhung des Verbraucherbewusstseins über Kinderarbeit, unfaire und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen durch globale Medienkampagnen
  • Geldtransfers an arme Familien sowie kostenlose Schulspeisung angelehnt an die brasilianische ´Bolsa Família´-Initiative
  • Unternehmen für ihr Handeln verantwortlich machen, damit sie Arbeits- und Umweltstandards beachten

Darüber hinaus haben die Jugendlichen noch ein fünftes Thema beim J7-Gipfel selbst entwickelt - "Act Now: Youth Involvement", Partizipation von Jugendlichen:

  • Jugendpartizipation in den Entwicklungsländern ermöglichen, z.B. durch die Einrichtung von Jugendräten auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene in Zusammenarbeit mit NROs wie bspw. UNICEF
  • Jugendpartizipation in den Industriestaaten stärken, bestehende Strukturen ausbauen
  • Weltweite Kommunikationsinitiative (Twitter, YouTube, Facebook), an der sich alle Kinder und Jugendlichen beteiligen können sowie
  • der Etablierung des J7-Jugendgipfels als jährliches Treffen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus den G7-Staaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Italien, Japan und den USA. Hinzu kamen Jugendliche aus den EU-Mitgliedstaaten Finnland, Griechenland, Irland, Polen, Portugal und Slowenien. Jugendliche aus Äthiopien, der Dominikanischen Republik, Liberia, Sambia, Senegal und Südafrika brachten die Perspektive der Entwicklungsländer ein.

Weitere Informationen:

Website der Initiative - www.j7summit.org

Positionspapier des J7-Gipfels

Pressemitteilung der Bundesregierung

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

UNICEF: Foto- und Videodokumentation des Jugendgipfels

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Autor: Burkhard Vielhaber | info@kinder-und-jungendrechte.de

Die Inhalte dieses Artikels geben die Meinung des Autors und nicht notwendigerweise die der GIZ oder des BMZ wieder.