UNICEF zieht Bilanz

“Inequality is a disease whose symptoms can be found in virtually every society – tallied in lives and missed opportunities, and marked by lower productivity, slower growth, and social resentments. […] For if development is to be truly sustainable, it must be truly equitable – and seek to reach every child. Children who have equal opportunities will in turn create greater opportunities for their own children and the generations that follow.
Anthony Lake, Executive Director, UNICEF

 

UNICEF veröffentlichte am 23.06.2015 den Bericht „Progress for Children: Beyond Averages: Learning from the MDGs“ und zieht dort eine gemischte Bilanz.

 

UNICEF erkennt deutliche Erfolge bei der Reduzierung der Kindersterblichkeit. Sie ist um mehr als die Hälfte von 90 pro 1.000 Lebendgeburten auf 43 pro 1.000 Lebendgeburten gesunken. Die Anzahl der Kinder, die noch während ihrer erst fünf Lebensjahre starben, sank in den vergangenen 25 Jahren von weltweit 12,7 Millionen Kindern pro Jahr auf fast sechs Millionen. Untergewicht und chronische Mangelernährung bei Kindern haben demnach um 42 Prozent abgenommen. Die Müttersterblichkeit sank um 45 Prozent. Etwa 2,6 Milliarden Menschen erhielten Zugang zu guten Trinkwasserquellen.

Dennoch bedeutet dies auch, dass noch sechs Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag an vermeidbaren Krankheiten sterben, 289.000 Frauen jedes Jahr bei der Geburt ihr Leben lassen und es noch 58 Millionen Kinder weltweit gibt, die nicht in die Grundschule gehen können.

Schafft es die Weltgemeinschaft nicht, an dieser Situation etwas wesentlich zu ändern, kann dies dramatische Folgen haben, rechnet UNICEF im Bericht vor. Beim derzeitigen Tempo des Fortschritts und angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstum wird geschätzt, dass:

  • 68 Millionen mehr Kinder unter fünf Jahren aus zumeist vermeidbaren Ursachen bis 2030 sterben werden;
  • im Jahr 2030 119 Millionen Kinder immer noch chronisch unterernährt sein werden;
  • im Jahr 2030 etwa eine halbe Milliarde Menschen immer noch ihren Stuhlgang „im Grünen“ verrichten müssen, wovon eine ernste Gefahr für die Gesundheit von Kindern ausgeht;
  • es fast 100 Jahre dauern wird, bis alle Mädchen aus ärmsten Familien in Subsahara-Afrika einen Schulabschluss in einer weiterführenden Schule machen können.

UNICEF rief die Staatengemeinschaft dazu auf, vermehrt in Gesundheits-, Bildungs- und Kinderschutzsysteme zu investieren und gezielt Heranwachsende in den ärmsten Regionen der Welt zu fördern.

 

Weitere Informationen:

Bericht: Progress for Children

Presseerklärung von UNICEF

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Autor: Burkhard Vielhaber | info@kinder-und-jungendrechte.de

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