"Agents of Change" - der Aktionsplan des BMZ

Die Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten im Fokus des BMZ

Das BMZ hat den Aktionsplan “Agents of Change“ zu Kinder- und Jugendrechten verabschiedet. Dieser Aktionsplan ist etwas Besonderes, denn er hebt die Bedeutung von Kinder und Jugendlichen in der deutschen Entwicklungspolitik besonders hervor. Die Rechte junger Menschen sollen nun systematischer in die Vorhaben der deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) integriert werden.

Bereits im Jahre 2011 hat das BMZ mit dem Positionspapier „Junge Menschen in der deutschen Entwicklungspolitik“ die Relevanz des Themas in der deutschen Entwicklungspolitik bestätigt. Der Aktionsplan beschreibt nun die BMZ-Strategie zu Kinder- und Jugendrechten und konkretisiert Maßnahmen auf der Umsetzungsebene.

Der Aktionsplan ist mit den Zielen der Agenda 2030 eng verbunden: Kinderarmut, Mangel- und Unterernährung, Bildung, Zugang zu Sanitäranlagen, Wasser und Hygiene, Kinderarbeit und Jugendarbeitslosigkeit, alle Formen der Gewalt gegen Kinder, Kinderhandel sowie Geburtenregistrierung – all dies sind Themen, die spiegelbildlich im Aktionsplan wiederzufinden sind.

Außerdem setzt sich der Aktionsplan für die Verwirklichung des Leitprinzips der Agenda „Leave No One Behind“ ein. Junge Menschen werden als „critical agents of change“ wahrgenommen, die für die erfolgreiche Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele unabdingbar sind.

Für die bessere Integration von Kinder- und Jugendrechten in die Vorhaben der deutschen staatlichen EZ hat sich das BMZ drei strategische Ziele gesetzt:

  1. Die Vorhaben qualitativ zu verbessern und auszuweiten;
  2. den internationalen Dialog für die Achtung, den Schutz und die Gewährleistung von Kinder- und Jugendrechten zu fördern und eine Vorreiterrolle einzunehmen;
  3. in ausgewählten Länder und Regionen den Unterstützungsbedarf strategisch auf kinderrechtliche Risiken und Potentiale auszurichten und diese mit den Partnerregierungen abzustimmen.

Der Aktionsplan läuft bis 2019, dem 30jährigen Jubiläum der VN-Kinderrechtskonvention. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt durch das BMZ und die Durchführungsinstitutionen in Zusammenarbeit mit den Akteuren nicht-staatlichen EZ. Ein Halbzeitbericht, ein Endbericht, ein externes Gutachten und eine Abschlusskonferenz sollen helfen, die Umsetzung zu steuern, ggf. weiteren Unterstützungsbedarf zu erkennen und „lessons learnt“ zu identifizieren.

Der Aktionsplan ist ein wichtiger Schritt, um Kinder- und Jugendrechte in der deutschen EZ aufzuwerten.

Aktionsplan herunterladen 
[pdf, 34 Seiten, 0,99 mb] 

-------------------------------------------------------------------- 
Autor: Burkhard Vielhaber | infokinder-und-jugendrechte.de | erstellt im Mai 2017

Die Inhalte dieses Artikels geben die Meinung des Autors und nicht notwendigerweise die der GIZ oder des BMZ wieder.

Regionale Schwerpunkte des Aktionsplans:

In Afrika südlich der Sahara liegt der Fokus auf Gesundheit, Bildung und Berufliche Bildung, Armut und Ernährung, Fairen Arbeitsbedingungen, Schutz vor Gewalt und Diskriminierung sowie Geburtenregistrierung.

Im Nahen Osten und Nordafrika sind die Arbeitsfelder Bildung und Berufliche Bildung; Frieden, Sicherheit und Flucht; Schutz vor Gewalt und Diskriminierung sowie bessere Beteiligung von Jugendlichen an der Gestaltung der Zivilgesellschaft Schwerpunkte der EZ.

In Asien und Zentralasien liegt die strategische Ausrichtung auf Faire Arbeitsbedingungen; Gesundheit; Schutz vor Gewalt und Diskriminierung; die Verbesserung des Zugangs zu Recht und Rechtshilfe für Jugendliche sowie der Teilhabe an Friedensprozessen und demokratischen Entwicklungen.

In Lateinamerika stehen die Themenfelder Gewaltprävention und Schutz vor Diskriminierung; Bildung und berufliche Bildung sowie Informationsfreiheit und Beteiligung in neuen Medien im Zentrum der EZ.

In Osteuropa und Kaukasus liegt der Fokus auf Beschäftigungsförderung sowie Frieden, Sicherheit und Flucht.

In Deutschland sollen Kinder- und Jugendrechte im politischen Dialog, in Steuerungsinstrumenten und Regelprozessen besser verankert und EZ-Beteiligungsformate für junge Menschen, wie beispielweise die Jugendkonsultationen zum Aktionsplan, gefördert werden. Darüber hinaus werden Aus- und Fortbildungen zum Thema angeboten und Partnerschaften mit Kinderrechtsorganisationen ausgebaut.

Auch auf internationaler Ebene werden Partnerschaften mit relevanten Organisationen weiter intensiviert – insbesondere mit UNICEF, der EU-Kommission, ILO, UNHCR, WHO und dem UN Global Compact.

Praxisbeispiel

Auf die hohe Gewaltbereitschaft und Kriminalität in Südafrika hat die Regierung bislang vorrangig mit einem Ausbau des Polizeiapparates reagiert. Daher ist die soziale Gewaltprävention bisher wenig entwickelt, trotz einer Vielfalt von Politikkonzepten und Programmen, die den sozialen Ausgleich befördern. Mehr