Flucht und Migration

Exzessive Gewalterfahrungen, Flucht, Vertreibung und das Zerreißen von Familien traumatisieren Kinder schwer. Viele sind durch die Folgen von Kriegen auf sich allein gestellt. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), das sich weltweit um Flüchtlinge, Staatenlose, Asylsuchende und Binnenvertriebene kümmert, sind rund die Hälfte der 34 Millionen Flüchtlinge Kinder. Die Ursachen, weshalb Minderjährige vertrieben werden, sind vielfältig.

Kriege und bewaffnete Konflikte sind nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern ein häufiger Grund für Flucht. Kinder werden wie erwachsene Flüchtlinge aufgrund ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion, ihrer Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe oder zwecks Rekrutierung als Soldat oder Zwangsarbeiter verfolgt.

Eine weitere Fluchtursache ist bei manchen Minderjährigen die Familie. Drohende Zwangsheirat oder Zwangsbeschneidung führen in einigen Fällen dazu, dass Kinder ihr Zuhause verlassen.

Hinzu kommen in vielen Regionen zunehmende Umweltzerstörungen und die bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Die Schätzungen, wie viele Menschen durch die globale Klimaerwärmung gezwungen sein werden auszuwandern, gehen weit auseinander. Sie reichen von 25 Millionen bis zu 1 Milliarde Menschen.

Folgen

In den Flüchtlingslagern leiden viele Kinder aufgrund des unzureichenden Zugangs zu sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung und Nahrungsmitteln sowie der ungenügenden ärztlichen Versorgung  darüber hinaus an Unter- und Mangelernährung. Umfangreiche Bildungs- und somit Entwicklungsmöglichkeiten sind häufig nur eingeschränkt vorhanden. Letztendlich hinterlassen die Erlebnisse oft seelische Verletzungen wie Angstzustände und Depressionen, die über Jahre anhalten können.

Kinder, die während bewaffneter Konflikte oder in einer Fluchtsituation geboren werden, werden besonders häufig nicht in ein Register eingetragen. Meist sind gerade in Krisen und Konfliktzeiten Registrierungssysteme nicht (mehr) vorhanden, wodurch zahllose Kinder nicht nur unter den Folgen des Konfliktes bzw. der Katastrophe oder Krise leiden, sondern als Staatenlose keine Möglichkeit zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft haben.

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