Geschlechtergrechtigkeit und die Förderung von Mädchen und jungen Frauen

Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein Menschenrecht und damit ein zentrales Anliegen der deutschen Entwicklungspolitik. Die Gleichberechtigung ist als ein eigenes globales Nachhaltigkeitsziel der Agenda 2030 (SDG 5) formuliert worden: "Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen" (SDG 5).

Von den 193 Ländern weltweit haben 136 Länder die Gleichberechtigung in der Verfassung verankert. Trotzdem sieht die Realität der Mädchen und Frauen häufig anders aus, denn traditionelle und religiöse Normen schreiben ihre Unterordnung fest und behindern in vielen Ländern ihre persönliche Entfaltung. Traditionelle Normen und moderne Rechtssysteme existieren parallel, wodurch die Durchsetzbarkeit von Rechten erschwert ist. Selbst wenn Mädchen Frauen ihre Rechte kennen, nehmen sie sie häufig nicht wahr, weil sie sich vor sozialen Sanktionen fürchten oder es ihnen an Mitteln fehlt, um beispielsweise einen Anwalt zu bezahlen.

Im Jahre 2015 waren etwa zwei Drittel der etwa 760 Millionen Analphabeten weiblich und dadurch Mädchen und Frauen besonders von Armut betroffen. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine der weit verbreitesten Menschenrechtsverletzungen. Viele Frauen arbeiten in ökonomisch ungesicherten Verhältnissen. Sie verwenden sehr viel mehr Zeit für unbezahlte Arbeit als Männer. Frauen in Entwicklungsländern besitzen nur einen geringen Teil der Anbauflächen, produzieren aber einen Großteil der Grundnahrungsmittel.

Die Gleichberechtigung ist der Schlüssel für nachhaltige Entwicklung und erfolgreiche Armutsbekämpfung, weil sie ein Beitrag zur Erreichung aller SDGs ist. Höhere Investitionen in die Bildung von Mädchen und Frauen beeinflussen das nationale Wirtschaftswachsturn positiv. Ein verbesserter Zugang zum Arbeitsmarkt und zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Frauen ihre Rechte wahrnehmen und zur Entwicklung aller gesellschaftlichen Bereiche beitragen können. Wenn Frauen und Männer gleichberechtigt am Wirtschaftsleben partizipieren, trägt das zu ökonomischem Wachstum bei. Frauen, die im Wirtschaftsleben aktiv sind und einen eigenen Verdienst haben, tendieren eher dazu, das Einkommen in die Ernährung, Bildung und Gesundheitsvorsorge ihrer Familien zu investieren. Da beide Geschlechter in einem Beziehungsgeflecht leben, gilt es, Jungen und Männer zu beteiligen. Die Veränderung der Beziehungen gelingt nur, wenn beide Geschlechter partizipieren. 

Bildung für Mädchen und jungen Frauen

Im Jahre 2015 waren etwa zwei Drittel der etwa 760 Millionen Analphabeten weiblich, wodurch Mädchen und Frauen besonders von Armut betroffen sind. Erziehung und Bildung beeinflussen das Erlernen zugewiesener Geschlechterrollen in hohem Maße. Bildung kann maßgeblich dazu beitragen, klischeehafte und diskriminierende Rollen- und Denkmuster zu hinterfragen und Stereotypen aufzubrechen.

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Bekämpfung von Kinderheirat

In vielen Ländern werden Kinder und Jugendliche sehr jung verheiratet – eine Tradition, die in zahlreichen Kulturen akzeptiert wird. Werden Kinder vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, spricht man von Kinderheirat. Meist sind es jedoch die Mädchen, die bei der Heirat minderjährig sind. Die Ehemänner sind oft um ein  Vielfaches älter als ihre Braut.
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Bekämpfung von Weiblicher Genitalverstümmelung

Kinderheirat steht häufig in engem Zusammenhang mit weiteren schädlichen traditionellen Praktiken wie der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). FGM und der frühen Verheiratung von Mädchen liegen oft die gleichen sozialen Dynamiken und Wertvorstellungen zugrunde. 
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Publikationen

The State Of African Women

The State Of African Women

August 2018
A. van Eerdewijk, M. Kamunyu, L. Nyirinkindi, R. Sow, M. Visser, E. Lodenstein |  IPPFAR, IPPFEN, OAFLA, DSW, KIT, GIZ, F2A, YMCA Kenya | 
Road Map 2018

Road Map 2018

Entwicklungspolitischer Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016 – 2020
BMZ | 

Aktuelles

Jemen: Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Hungersnot
25.10.2018

Jemen: Gefahr einer unmittelbar bevorstehenden Hungersnot

Im Bürgerkriegsland Jemen sind laut UN-Kinderhilfswerk UNICEF 400.000 Kinder unter fünf Jahren lebensbedrohlich mangelernährt. Fast jedes Kind im Jemen – über elf Millionen – ist auf humanitäre Hilfe angewiesen.

UNICEF

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Aussteuer statt Ausbeutung: Auch Hausangestellte haben Rechte
23.10.2018

Aussteuer statt Ausbeutung: Auch Hausangestellte haben Rechte

In Bamako haben die Mitarbeiterinnen begonnen, in zwei Stadtbezirken die Schutzmechanismen für Mädchen zu verstärken. APSEF lädt sie zu regelmäßigen Treffen ein, bei denen über die Rechte, aber auch Pflichten der Hausangestellten gesprochen wird.

Claudia Berker | terre des hommes

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Weltmädchentag - #esistnichtallesrosarot
11.10.2018

Weltmädchentag - #esistnichtallesrosarot

TERRE DES FEMMES startet Crowdfunding zur Finanzierung des Auftaktevents der zweijährigen Mädchenschutz-Kampagne

TERRE DES FEMMES

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International Day of the Girl
11.10.2018

International Day of the Girl

Girls can do any - and every - thing. From a certified health coach to a software engineer, these inspiring women are sending the message loud and clear.

Girls Get Equal: Für echte Gleichberechtigung
10.10.2018

Girls Get Equal: Für echte Gleichberechtigung

Plan International startet neue globale Kampagne

Plan International

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Video

Das Ziel des Parcours ist die Förderung der Reflexion von Prozessen, die zu gewalttätigen, diskriminierenden und ungleichen zwischenmenschlichen Dynamiken aufgrund des Geschlechts führen. 

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Praxisbeispiel

The absence of a marriage certificate often causes harm to the wife and the children. The GIZ-project helps reducing structural barriers for women and children at all levels through Community Dialogue to discuss and educate peers on the topic of early marriage prevention and ensuring the child’s right to education. More